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Nach Nato-Gipfel - zurück zu den Mühen der Ebene

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Nach Nato-Gipfel - zurück zu den Mühen der Ebene

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“Wir verlassen Chicago mit einer Nato, die
stärker ist, leistungsfähiger und gewappnet für die Zukunft,” sagte Gastgeber Barack Obama zum Abschied. Aber riesige Baustellen bleiben auch nach dem NATO-Gipfel: Raketenabwehr, Rüstungskooperation und vor allem die Zukunft Afghanistans.

Noch 12 Monate, dann sollen afghanische
Sicherheitskräfte die Kampfeinsätze gegen radikalislamische Taliban führen – im Verbund mit der internationalen Isaf-Schutztruppe.

Beim vorgesehenen Ende des Isaf-Kampfeinsatzes Ende 2014 ziehen nicht alle 28 am gleichen Strang – oder nicht in die gleiche Richtung.

Barack Obama, US-Präsident:

“Dies ist nicht das Ende der afghanischen Herausforderung, ganz klar, oder das Ende unserer Partnerschaft mit diesem wichtigen Land. Aber wir kommen unserem Kernziel näher: Al-Kaida zu besiegen, keine Rückzugsgebiete zu lassen und die Afghanen in ihrer Eigenständigkeit zu unterstützen. Wir verlassen Chicago mit einem klaren Fahrplan, unseren Krieg in Afghanistan verantwortungsvoll zu Ende zu bringen.”

In der Afghanistan-Debatte war Frankreich aus der Bündnissolidarität ausgeschert: Präsident François Hollande kündigte an, seine Kampftruppen schon Ende 2012 nach Hause zu holen. Das könnte Paris aber bis zu 200 Millionen Euro an Kompensation kosten, ahnt ein französischer Insider.

“Auch im Jahr 2013 wird es noch Personal auf afghanischem Boden geben,” schwächte Hollande inzwischen etwas ab, “zum Beispiel Ausbilder, wie wir das bereits beschlossen und bekanntgemacht haben. Und auch danach brauchen wir noch Leute, die unsere Ausrüstung zurückholen – wie lang das dauert, weiß ich nicht.”

Kann vorkommen, meint die deutsche Kanzlerin Angela Merkel: “Es gibt die Kontinuität der guten Zusammenarbeit. Das schließt unterschiedliche Positionen nicht aus.”

Paul Hackett, euronews, in Chicago:

“Es überrascht nicht, dass die Staats- und Regierungschefs den Gipfel in Chicago als richtungsweisend für die NATO feiern. Aber auch wenn ein Zeitplan für Afghanistan steht – die Probleme mit Pakistan bleiben. Und über Frankreichs früherem Truppenabzug kann man eigentlich nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.”

mit Reuters, dpa