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Pakistan - zwischen Etappe und Schurkenstaat

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Pakistan - zwischen Etappe und Schurkenstaat

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Pakistans Präsident Asif Ali Zardari kam nach Chicago zum Nato-Gipfel. Doch der Dialog ist zäh und kann für die Nato teuer werden. Pakistan fordert eine bis zu 30mal höhere Transitgebühr für Nato-Versorgungslaster von und nach Afghanistan – besprechen konnte Zardari das in Chicago weder mit US-Präsident Barack Obama noch mit Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen: Den einen traf er nur kurz am Rande, der andere hatte eine Verabredung annulliert. Bis zu 5000 Dollar pro Laster stehen im Raum – macht bei 600 Transits drei Millionen Dollar pro Tag.

ISAF-Sprecher Brigadegeneral Carsten Jacobson:

“Die Strecken zum Hafen von Karachi sind die kürzeste Verbindung zu einem Hafen. Klar, dass sie Logistik und Umverteilung des Nachschubs leichter, einfacher und möglicherweise billiger machen. Deshalb haben wir ein natürliches Interesse an diesen Straßen.”

Kontrastprogramm in Pakistan: Hier empfing Ministerpräsident Yousuf Raza Gilani seinen Kollegen Recep Tayyip Erdogan herzlichst mitsamt Familie – aus dem NATO-Land Türkei.

Yousuf Raza Gilani:

“Die Empfehlungen kamen aus unserem Parlament, wir stehen mit den USA in Verhandlungen. Pakistan ist hier ein Teil der Lösung, nicht Teil des Problems.”

Pakistan hatte die Transitrouten vor einem halben Jahr gesperrt, nachdem bei US-Luftangriffen
24 pakistanische Soldaten getötet worden waren.
Die Nato musste auf Routen durch Zentralasien ausweichen, um die Truppen in Afghanistan zu versorgen.

Ein Jahr nach der Tötung des Al-Kaida-Chefs
Osama bin Laden vermuten die USA auch dessen Nachfolger Aiman al-Sawahiri in Pakistan. Bis zur US-Kommandoaktion in der Garnisonsstadt Abbottabad hatte Pakistans Regierung stets dementiert, dass der Chef des Terrornetzes sich im Land aufhalte. Und die USA hatten Pakistan nicht über den Einsatz informiert. Das Ergebnis: Schwere Spannungen, bis heute.

mit Reuters, AFP, dpa