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20. Jahrestag: Mord an Mafia-Jäger Giovanni Falcone

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20. Jahrestag: Mord an Mafia-Jäger Giovanni Falcone

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Die Fähre trägt den Namen “Schiff der Gleichheit” und sie trägt das Konterfei des Mafia-Jägers Giovanni Falcone: 20 Jahre sind vergangen, seit eine 500-Kilo-Bombe das Auto des Richters in die Luft jagte – und ihn und seine Frau tötete. Bei der Gedenkfeier in Palermo, zu der viele junge Menschen kamen, rief Ministerpräsident Mario Monti auf, gemeinsam den Kampf gegen die Mafia fortzusetzen.

Wenige Tage vor dem 20. Jahrestag: Vor einer Berufsschule in Brindisi explodiert ein Sprengsatz: Die 16-jährige Melissa stirbt, fünf Mädchen werden verletzt. Noch ist unklar, ob die Mafia hinter dem Anschlag steckt. Nahe läge es: Die Schule trägt den Namen der Frau Falcones.

Tausende kamen danach zur Trauerfeier für die getötete Melissa. Erzbischof Rocco Talucci rief in seiner Predigt die Täter dazu auf, sich zu stellen. Zur Beerdigung kam schließlich auch Regierungschef Mario Monti.

23. Mai 1992, 17.57 Uhr: Auf der Strecke zwischen dem Flughafen Palermo und Siziliens Hauptstadt explodiert eine Bombe an einem Abwasserrohr. Falcone ist mit seiner Frau und Leibwächtern auf dem Weg zu seinem Ferienhaus.
1987 hatte der Richter gemeinsam mit seinem Kollegen Paolo Borsellino den größten Prozess Italiens eröffnet: ein Verfahren gegen rund 400 Mafia-Mitglieder – in einem eigens dafür gebauten Bunker aus Stahlbeton. Hunderte Mafiosi wurden verurteilt.

Von den Drohungen der Cosa Nostra ließ sich Falcone nie aus der Ruhe bringen. Unbeirrt kämpfte er gegen die organisierte Kriminalität. Er will eine Art italienisches FBI gründen. 24 Stunden bewachen ihn Schutzleute. Zwei Wochen nach seinem Tod sprengt die Mafia auch seinen Kollegen Paolo Borsellino in die Luft.
Borsellino wusste, dass er ganz oben auf der Mordliste stand.

1993 konnte schließlich der Chef des Mafia-Clans Corleonesi, Toto Riina – Drahtzieher hunderter Mordanschläge – verurteilt werden. Er wird auch für die Morde an Falcone und Borsellino verantwortlich gemacht und sitzt immer noch in Haft.

Auch wenn in Palermo die führenden Köpfe der Mafia von damals im Gefängnis sitzen – Italiens Präsident betonte heute noch einmal: “Der Kampf gegen die Mafia, die N’Drangetha, die Camora und andere terroristische Organisationen steht bei uns an erster Stelle – mehr denn je.”