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Euro-Krise: Europas Unternehmen fordern mehr finanzielle Unterstützung

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Euro-Krise: Europas Unternehmen fordern mehr finanzielle Unterstützung

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Wachstumsprogramme und Haushaltssanierung stehen gleichberechtigt nebeneinander. So lautet das Fazit am Ende des G8-Gipfeltreffens in Camp David vor drei Tagen: “Wachstum und Jobs schaffen” hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel gefordert. Die Präsidenten Barack Obama und François Hollande stimmten ihr zu.

Doch wie sieht es aus bei denen, die das Wachstum in Europa mitankurbeln sollen? Viele Firmen kritisieren, dass die staatlichen Finanzspritzen bei den Banken, aber NICHT bei IHNEN ankämen. Dabei bräuchten gerade kleine und mittelständische Unternehmen die Staatshilfen, sagt der Pariser Unternehmer Antonio Ca’Zorzi:

“Manchmal können schon Steuererleichterungen uns kleinen und mittleren Unternehmern helfen. Man muss bedenken, dass WIR in Frankreich und in anderen Ländern wichtige Arbeitgeber sind.”

Wenig Hoffnung auf einen belebenden Aufschwung in Europa bestätigte auch gestern der Konjunkturausblick der OECD: Die Schuldenkrise hänge weiter wie ein Damoklesschwert über der Euro-Zone.

Nach OECD-Prognosen dürfte das Wachstum in diesem Jahr um 0,1% schrumpfen und 2013 nur schwach Prozent wachsen.

Und dies wiederum hätte schwerwiegende Konsequenzen für die Weltwirtschaft.

Besonders vier Länder in Europa sind betroffen: Griechenland, Protugal, Italien und Spanien werden auch 2013 weiter auf wirtschaftlicher Talfahrt bleiben-
Nur zwei Dinge scheinen die Lösung: Sparkurs und Wachstumspolitik.

Zsolt Darvas vom Bruegell think tank bestätigt dies: “In den meisten Ländern ist beides dringend nötig: Griechenland und Spanien beispielsweise sind so stark verschuldet. Sie kommen nur durch einen harten Sparkurs aus ihrem Tief. Gleichzeitig ist Wachstum der springende Punkt. Aber ein Hauptproblem in Europa ist, dass es sehr eingeschränkte WachstumsHilfe gibt.”

Dabei, so sagt etwa Hans Martens vom European Policy Centre, sind längst nicht alle Quellen in Brüssel ausgeschöpft:
“Wir haben 82 Billionen Euro, die nicht ausgegeben sind. Sie sind für Länder, die sie dringend brauchen. Wir müssen eine andere Lösung finden, als sie aus der EuroZone zu werfen!”

Die Hoffnung liegt also bei denen, die den Ton in Europas Wirtschaftspolitik angeben: Sie müssen die Lösungen für diese Krise finden – eine Lösung für alle betroffenen Staaten.