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Spaniens Lehrer im Streik

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Spaniens Lehrer im Streik

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In Spanien hat ein landesweiter Streik des Lehrpersonals von Hochschulen, Schulen und Kindergärten den Unterricht teilweise lahmgelegt.
Auch die 7,5 Millionen Schüler des Landes waren zum Ausstand aufgerufen.

Wie in Madrid protestierten Gewerkschaften und Elternverbänden in vielen Städten des Landes gegen milliardenschwere Einsparungen im Blidungswesen.

“Wir müssen jetzt schon all die Jugendlichen auffangen, die das Bildungssystem bereits verlassen haben. Wir dürfen diese Arbeitslosenrate von 50 Prozent nicht zulassen”, sagt Nicolas Fernandez, Vorsitzender der spanischen Lehrergewerkschaft ANPE. “Das geht aber nur durch mehr Ausbildung und Investitionen in das Bildungssystem. Und das ist genau das Gegenteil von dem, was diese Reform will.”

Ein spanischer Mathematiklehrer befürchtet gar den Absturz des Bildungssystems: “Die Situation an den öffentlichen Schulen wird sehr ernst werden. Wenn man die Zahl der Schüler pro Klasse anhebt, wird der Unterricht unmöglich. Das wird dann kein qualitativ hochwertiges Bildungssystem, sondern ein Abstellplatz für Kinder.”

Mit der Reform müssten die 17 autonomen Regionen des krisengebeutelten Landes neue Möglichkeiten finden, ihre Ausgaben für Bildung in diesem Jahr um insgesamt drei Milliarden Euro zu drosseln. Eine Möglichkeit wäre, die Studenten zur Kasse zu bitten, weiß die deutsche Studentin Mareike: “Ich studiere hier in einem Masterprogramm und die Studiengebühren sollen um 66 oder sogar 100 Prozent erhöht werden. Das bedeutet, dass die meisten meiner Mitstudenten ihr Studium nicht werden beenden können.”

Die in ihrer Protestfarbe Grün gekleideten Demonstranten befürchten ebenfalls die Entlassung zehntausender Hilfslehrer.