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Ägypten lernt Wählen

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Ägypten lernt Wählen

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Auch wenn es weniger Andrang gab als am Tag zuvor: Am zweiten Tag der Präsidentschaftswahl in Ägypten standen die Menschen wieder Schlange vor den Wahllokalen. Mehr als fünfzig Millionen Stimmberechtigte waren zu dieser historischen Wahl aufgerufen. Am ersten Tag meldeten Wahlbeobachter rund 140 Verstöße gegen die Wahlordnung, etwa Versuche, Wähler zu beeinflussen. Vereinzelt kam es zu Schlägereien.

Der linke Kandidat Hamdien Sabbahi, zog eine positive Bilanz: Die Wahl sei soweit ohne Gewalt und Betrugsvorfälle vonstattengegangen. Die Unregelmäßigkeiten hätten sich seiner Ansicht nach in Grenzen gehalten. Sie würden die Wahl also nicht ungültig machen. Er hoffe, dass die Unregelmäßigkeiten nicht zunähmen, und dass gewaltsame Zwischenfälle wie am Vortag unter Kontrolle gehalten würden. In seinen Augen sei die Wahl frei von eklatanten Betrugsfällen.

Man habe aus den Erfahrungen der Parlamentswahl gelernt, erklärte ein Wahlbeobachter. Allerdings sei teilweise der Wahlkampf entgegen den Regeln weitergeführt worden, teilten andere Beobachter mit. Spektakulär war es am Mittwoch bei der Stimmabgabe des Kandidaten Ahmed Schafik zugegangen, Mubaraks letztem Ministerpräsidenten: Er wurde mit Schuhen beworfen. Schafik blieb aber unverletzt.