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Beihilfe zu bin-Laden-Exekution: Haftstrafe für pakistanischen Arzt

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Beihilfe zu bin-Laden-Exekution: Haftstrafe für pakistanischen Arzt

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33 Jahre Haft, weil er der CIA half, Ossama bin Laden aufzuspüren: Der pakistanische Arzt Shakeel Afridi ist von einem Stammesgericht zu dieser drakonischen Haft- und einer Geldstrafe verurteilt worden – wegen Hochverrats. Der Arzt hatte mit einer getürkten Impfkampagne Blutproben besorgt.

Es ist das erste Urteil im Zusammenhang mit der Operation der Amerikaner in Pakistan vor einem Jahr.

Ein Nachbar des Arztes meint, dieser hätte den Amerikanern nicht helfen dürfen. Dadurch habe er Pakistan geschadet und Verrat begangen. Er hätte sogar noch härter bestraft werden sollen.

Der Arzt, der ins Zentralgefängnis in Peshawar gebracht wurde, konnte sich nicht mit einem Anwalt verteidigen und war im Prozess nicht anwesend.

Die USA kritisierten das Urteil. Die Sprecherin des Außenministeriums Victoria Nuland erklärte, Außenministerin Clinton habe zu dieser Angelegenheit im Februar als Zeugin Stellung genommen, Verteidigungsminister Panetta habe dazu den Standpunkt der Amerikaner klar gemacht – und der habe sich nicht geändert. Die USA sähen keinen Grund, Dr. Afridi festzuhalten.

Seit der eigenmächtigen Exekution der USA ist das ohnehin schwierige Verhältnis zu Pakistan noch angespannter. Zwei US-Senatoren bezeichneten das Urteil als skandalös und drohten mit weniger Finanzhilfe für Pakistan.