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Der Staat fragt nach: Deutschland will mehr Organspender

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Der Staat fragt nach: Deutschland will mehr Organspender

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Angesichts des Mangels an Spendern will Deutschland die Organspende fördern: Künftig sollen alle Krankenversicherten ab 16 Jahren aufgefordert werden, eine Erklärung abzugeben, ob sie im Todesfall Organe spenden wollen oder nicht. Zur Erklärung gezwungen werden soll aber niemand. Auch für Lebendspender, die einem Anderen ein Organ zu Lebzeiten überlassen, soll es Verbesserungen geben: Lohnfortzahlung, Krankengeld und Nachsorge sollen garantiert werden.

Der Bundestag verabschiedete nach jahrelanger Debatte die Reform des Transplantationsgesetzes. Der Sozialdemokrat Frank-Walter Steinmeier, der seiner Frau eine Niere spendete, sagte, man wolle den Menschen auf die Pelle rücken und fragen und nachfragen: “Und das ist hilfreich, kann ich Ihnen versichern, nicht nur für uns alle selbst, sondern es ist auch hilfreich, um in einem plötzlichen Todesfall nicht die Fragen nach einem möglichen Spendewillen des Verstorbenen den nahen Angehörgen zu überlassen.”

Die Krankenkassen sollen den Versicherten in den kommenden Monaten Informationsmaterial und einen Spendeausweis schicken. 12.000 Patienten warten in Deutschland auf ein Organ, täglich sterben im Schnitt drei von ihnen.