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EU-Parlament verurteilt Homophobie

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EU-Parlament verurteilt Homophobie

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Bei den Mitgliedern des Europäischen Parlamentes stößt die zunehmende Homophobie in einigen osteuropäischen Staaten auf Kritik. Dies gilt besonders für Russland, die Ukraine und Moldawien, wo teils sogar Gesetze gegen sogenannte “homosexuelle Propaganda” verabschiedet worden sind. Danach könnten selbst die Werke von Autoren wie Oscar Wilde der Zensur unterworfen werden.
Der Sprecher der internationalen Lesben und Schwulenverbandes, Juris Lawrikows, analysiert:
“Wie wir es in vielen Ländern sehen können, kann man nur über Meinungsfreiheit die Einstellungen der Menschen bezüglich Homosexualität ändern. Die Gesetze tun dabei sicherlich ihr übriges,- sie sind aber nur ein Faktor unter vielen. In vielen Staaten Osteuropas jedoch ist Meinungsfreiheit nicht gegeben und daher unterbleibt die öffentliche Debatte.”

Angriffe auf Homosexuelle durch Radikale, Ultraorthodoxe und Nationalisten sind in Osteuropa fast an der Tagesordnung. Ebenso Verbote von Demonstrationen oder Festnahmen während der Gay-Pride Paraden. Die Gesetze vor Ort machen es noch komplizierter: nur weil man bei ihm einen Flyer “Homosexualität ist nicht pervers” gefunden hat, wurde kürzlich ein russischer Homosexuellen-Aktivist zu einer Geldstrafe von umgerechnet 170 Euro verurteilt. Das harte Vorgehen soll vor allem öffentliche Demonstrationen der Schwulen und Lesben verhindern. Dieser russische Aktivist führt aus: “In der Arbeitswelt ist es praktisch unmöglich, Farbe zu bekennen und sich zu outen. Man riskiert, den Job zu verlieren oder gemobbt zu werden.Das ist ein echtes Problem in unserer Gesellschaft. Schwule und Lesben sehen sich bei uns einem hohen Maß an verbaler und physischer Gewalt ausgesetzt.”

Abgeordnete, die diese Gesetze unterstützen, behaupten oft, Minderjährige schützen zu wollen, traditionelle Werte und um die demographische Entwicklung besorgt sind.

Die russischen Aktivisten wissen es besser: noch nie ist ihnen bei ihrer Aufklärungsarbeit jemand begegnet, der sich hätte zur Homosexualität “bekehren” lassen.