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Kandidat der Muslimbrüder liegt in Führung

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Kandidat der Muslimbrüder liegt in Führung

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Einen Tag nach der Präsidentschaftswahl in Ägypten bleibt die Zukunft des Landes offen: Nach Auszählung über der Hälfte der Stimmen zeichnet sich für keinen Kandidaten die absolute Mehrheit ab.

Mit großem Vorsprung führt Mohammed Mursi von der Muslimbruderschaft. Seine Anhänger feierten ihn bereits als Sieger der ersten Runde. Mursi steht für wachsenden islamistischen Einfluss.

Es stimmt, erklärte der ägyptische Menschenrechtsexperte Nabil Ibrahim, dass die Kandidaten der religiösen Parteien vor allem Analphabethen und die arme Unterschicht moblisieren konnten. Das wird sich deutlich im Ergebnis niederschlagen.

Mursi gegenüber steht der gemäßigte Politiker Ahmed Schafik, er liegt an zweiter Stelle. Der frühere Luftfahrtminister und Vertreter des gestürzten Regimes hat enge Kontakte zum Militärrat. Von Schafik versprechen sich viele Ägypter eine reibungslose Machtübergabe.

Ende Juni sollen die Generäle die Macht im Land an den neuen Präsidenten übergeben. Eine Stichwahl Mitte des Monats wird immer wahrscheinlicher.

Obwohl diese Stimmabgabe ruhig verlief, rechnen die Wahlbeobachter dann mit größeren Spannungen. Für Ägypten ist es die erste freie Wahl nach dem Sturz Husni Mubaraks vor 15 Monaten.