Eilmeldung

Eilmeldung

Ukraine: Der Sprachenkampf tobt

Sie lesen gerade:

Ukraine: Der Sprachenkampf tobt

Schriftgrösse Aa Aa

Nach der wüsten Schlägerei herrscht im ukrainischen Parlament noch immer Ausnahmezustand. Der Vorschlag russisch zu einer offiziellen Sprache zu machen, erhitzt die Gemüter.

Die Opposition blockierte am Freitag die Rednertribüne. Eine Debatte über das Gesetz zur Stärkung von Minderheitensprachen war somit unmöglich.

Hunderte Verteidiger der ukrainischen Sprache versammelten sich in Kiew. Ein Schriftsteller warnte, es sei kein Witz, nach der Schlägerei im Parlament, drohten auch Kämpfe in den Straßen.

Eine Aktivistin meinte: “Diejenigen die ukrainisch sprechen können, werden es nicht mehr benötigen. Sie werden es nicht mehr in der Schule und an der Universität lernen, weil russisch ausreichen wird. Die ukrainische Sprache wird daraufhin aus allen Ebenen verdrängt werden.”

Vadym Kolesnichenko, ein Abgeordneter der Partei der Regionen, die den umstrittenen Gesetzentwurf vorgebracht hat, verteidigt das Projekt: “Der Gesetzentwurf beruht auf Frieden und Stabilität für unser Land. Es gibt zwei Bewegungen, die damit natürlich nicht zufrieden sind, die einen wollen russisch als offizielle Sprache und die anderen ukrainisch. Wir sind der Meinung, dass die Ukraine ein mehrsprachiger Staat ist.”

Der Parlamentspräsident klagte nach den jüngsten Zwischenfällen, der Parlamentarismus im Land sei tot.

Unsere Korrespondentin, Angelina Kariakina, erklärte: “Die Partei der Regionen behauptet, das Ziel des Gesetzesentwurfs sei es die Rechte aller Bürger der Ukraine zu verteidigen, unabhängig von ihrer Nationalität. Die Demonstranten, die unter anderem von ukrainischen Intelektuellen unterstützt werden, sind davon überzeugt, dass der Entwurf die russische Sprache fördert und die ukrainische Sprache ins Abseits drängen wird.”