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Rettung Syriens liegt in Russland

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Rettung Syriens liegt in Russland

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Die Bilder der Opfer von Hula steigern die Empörung der internationalen Gemeinschaft über das Geschehen in Syrien ins Unermeßliche. Erneut verurteilt der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen das Vorgehen der syrischen Regierung. Und erneut kann oder will sich ein Mitglied nicht zu einer Resolution durchringen: Russland.

“Wem sollten solche Schritte schon nützen? Sie vermuten vielleicht eine Provokation, die Infiltration durch bestimmte Elemente. Das muss genauer untersucht werden,” sagte Moskaus stellvertretender UN-Botschafter Alexander Pankin in New York.

Die zur Überwachung der Waffenruhe nach Syrien gereisten UN-Beobachter sind längst zu hilflosen Zeugen der Vorgänge im Land geworden. Die Hoffnungen der syrischen Bevölkerung wurden enttäuscht. Mittlerweile ist klar: Die von Kofi Annan ausgehandelte Waffenruhe ist nie respektiert worden. Die russische Regierung wird unterdessen nicht Müde, die Fortsetzung des Dialogs mit Machthaber Bashar al-Assad zu fordern. Moskau sieht die Unruhestifter in den Reihen der syrischen Opposition.

Die erschreckende Bilanz der seit über einem Jahr anhaltenden Kämpfe liegt mittlerweile bei 15.000 Toten. Allein seit Vereinbarung der Waffenruhe im vergangenen April starben 2000 Menschen. Die syrischen Demonstranten können sich nicht durchsetzen.

Ein Sturz Bashar al-Assads? Ohne die Unterstützung Russlands bleibt dieses Szenario in unerreichbarer Ferne. Doch Moskau beruft sich weiter auf das Prinzip der Nicht-Einmischung. In Wahrheit soll wohl deutlich werden: Ohne die russische Zustimmung läuft gar nichts.

Moskau befürchtet nach eigenen Angaben außerdem, dass ein Ende der Assad-Regimes Syrien ins Chaos stürzen könnte. Auch hier verfolgt der Kreml eher egoistische Ziele. Denn seit 2005 bemüht sich Russland um mehr Einfluss in der Region. Damals erließ Putin Syrien 70 Prozent seiner Schulden. Die Länder unterzeichneten kostspielige Rüstungsverträge. Mit Assads Sturz würden diese gegenstandslos.

Nicht zuletzt steht Russlands Präsenz im Mittelmeer auf dem Spiel. Im Hafen der Stadt Tartous liegen russische Kriegsschiffe. Es ist Moskaus einziger Marinestützpunkt außerhalb der Grenzen der ehemaligen Sowjetunion. Angeblich ist auch jetzt wieder ein mit Waffen beladener russischer Frachter auf dem Weg nach Syrien.

Russland hat also viele Gründe, weiter hinter dem Regime Assads zu stehen. Somit kommt dem Land auch in Zukunft eine Schlüsselrolle im Kampf um ein Ende der Gewalt in Syrien zu.