Eilmeldung

Eilmeldung

Blair: Verflechtung Politik/Medien "unvermeidbar"

Sie lesen gerade:

Blair: Verflechtung Politik/Medien "unvermeidbar"

Schriftgrösse Aa Aa

Eigentlich sollte Tony Blair im Untersuchungsausschuss zum Abhörskandal im Medienkonzern von Rupert Murdoch aussagen. Doch dabei wurde der ehemalige britische Premierminister rüde unterbrochen.

“Dieser Mann ist ein Kriegsverbrecher” sagte ein Störer zu Blair, bevor er von Sicherheitsbeamten überwältigt und abgeführt wurde und kritisierte dessen Bankaktivitäten.

Seit 2001 hatte Blair vehement die US-amerikanische Außenpolitik unterstützt und britische Truppen ab 2001 nach Afghanistan und ab 2003 in den Irak geschickt.

Mitte 2007 war Blair als Regierungschef zurückgetreten. Ein halbes Jahr später wurde bekannt, dass er eine Teilzeitstelle bei der US-Investmentbank JPMorgan angenommen hat.

Zur Verflechtung zwischen Politik und – vor allem Rupert Murdochs – Medien sagte Blair:

Es sei unvermeidbar, dass hochrangige Politiker und Medienvertreter eng miteinander verflochten seien.

Das grösste Problem der britischen Presse sei das Verschwimmen zwischen Nachricht und Kommentar in einigen Zeitungen – das Gegenteil eines der ehemals ehernen Grundsätze des angelsächsischen Journalismus.

Eine Reform der Mediengesetze in seiner Regierungszeit (1997-2007) hätte aber «eine absolut riesige Konfrontation» bedeutet, so Blair, die Regierung wäre mit nichts anderem mehr beschäftigt gewesen.

Die zum Murdoch-Konzern gehörende Boulevardzeitung «The Sun» hatte Blair in mehreren Wahlkämpfen unterstützt. Bei der Wahl 2010 empfahl Murdoch die Konservativen von David Cameron.

mit Reuters, dpa