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Deutschland: Energiewende braucht Aufwind

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Deutschland: Energiewende braucht Aufwind

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Deutschland hatte sich zum vergangenen Pfingstwochenende ein ehrgeiziges Ziel gesteckt: Das ganze Land sollte an diesen Tagen ausschließlich mittels erneuerbarer Energien versorgt werden.

Leider machte den Deutschten dabei der Wind einen Strich durch die Rechnung. Er bließ einfach nicht stark genug. Die Solaranlagen im Land stellten hingegen einen Weltrekord auf, produzierten 22 Gigawatt.

Auf der Kurzstrecke wurden Deutschlands Hoffnungen also enttäuscht. Langfristig will Berlin aber unbedingt an seinem Ausstieg aus der Atomernergie bis 2022 und damit am systematischen Aufbau alternativer Formen der Energiegewinnung festhalten.

Dafür muss das Stromnetzt in der Deutschland ausgebaut werden. Jochen Homann, Chef der Bundesnetzagentur in Bonn, beklagte nun in Anwesenheit Kanzlerin Merkels die Langsamkeit des Ausbaus. Die Kanzlerin konzentriert sich in Erklärung auf die Darlegung ihrer Ziele: “Wichtig ist, dass wir den Ausbau der erneuerbaren Energien, die Übertragungen durch Netze und die Sicherheit der Stromversorgung und das Ganze noch mit dem Ziel der Bezahlbarkeit zusammenbringen.”

In den kommenden zehn Jahren muss Deutschland in den Ausbau und die Modernisierung seiner Netze zwischen 20 und 30 Milliarden Euro investieren.

Ende 2011 war Deutschland in der EU führender Produzent von Windenergie, an zweiter Stelle stand Spanien. Mit großem Abstand folgten Italien, Frankreich und Großbritannien.

Die Europäische Union hat sich bis 2020 verpflichtet, den Anteil der von ihr benötigten Energie zu 20 Prozent aus erneuerbaren Quellen zu beziehen. Jedes Land hat dabei eine bestimmtes Ziel zu erreichen. Für Deutschland liegt die Quote bei 18 Prozent. Schweden, Finnland, Lettland und Österreich wurden ambitioniertere Ziele gesteckt.

In Wahrheit hat Deutschland aber schon jetzt, acht Jahre vor dem Stichtag, die Quote mehr als erfüllt.
Nach Angaben der Bundesregierung stammen 20 Prozent der in Deutschland konsumierten Energie aus den so genannten “grünen Quellen”.