Eilmeldung

Eilmeldung

Spanische Bankenkrise spitzt sich zu

Sie lesen gerade:

Spanische Bankenkrise spitzt sich zu

Schriftgrösse Aa Aa

Nachdem die spanische Regierung am Montag angekündigt hat, die notwendige Milliardenunterstützung für marode Banken ohne europäische Hilfe zu stemmen, ist der Risikoaufschlag für zehnjährige Staatsanleihen auf ein Rekordhoch gestiegen. Über 5 Prozentpunkte beträgt der Abstand zu als sicher geltenden Bundesanleihen inzwischen, die Rendite nähert sich gefährlich der sieben Prozent Marke.

“Der Risikoaufschlag steigt wegen der Angst um das spanische Bankensystem. 2008 haben die Regierungen der USA und Großbritanniens ihr Bankensystem stabilisiert, indem sie Staatsgeld injiziert haben. Jetzt wird das endlich auch in Spanien gemacht, deshalb ist die Nachricht von der Verstaatlichung positiv”, meint Enrique Quemada von der spanischen Investment Boutique One to One Capital Partners.

Für die zur Rettung von Bankia erforderlichen 19 Milliarden Euro will der spanische Staat neue Staatsanleihen ausgeben, die Bankia als Sicherheit für Kredite von der EZB verwenden soll. Damit so Ministerpräsident Mariano Rajoy könne man verhindern, den europäischen Rettungsschirm in Anspruch zu nehmen. “Wir brauchen keine europäische Hilfsaktion für die spanischen Banken. Unser Problem ist die große Auslandsverschuldung der Spanier und deren Refinanzierung ist momentan sehr schwer”, erklärte Rajoy.

Auch die Europäische Kommission geht davon aus, dass Spanien die Krise aus eigener Kraft meistern wird. Man erkenne die Entschlossenheit Spaniens, die Banken wirksam und nachhaltig zu stützen, an, sagte ein Kommissionssprecher. Angesichts der massiven Probleme bezweifeln viele Experten aber, dass Spanien die Lasten auf Dauer ohne europäische Unterstützung tragen kann.