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"Syrien macht sich über den Rest der Welt lustig"

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"Syrien macht sich über den Rest der Welt lustig"

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Der Sondergesandte für Syrien Kofi Annan hat bei einem Treffen mit dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad die Einhaltung des Friedensplans gefordert. Assad wiederum machte Agenturmeldungen zufolge Annan gegenüber “terroristische Gruppen” für die anhaltende Gewalt im Land verantwortlich.

Unterdessen verurteilte auch die türkische Regierung das Massaker in der syrischen Stadt Hula. In einer Rede vor dem Parlament in Ankara machte Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan die syrische Regierung für das Blutbad verantwortlich.

Er sagte: “Geduld hat ihre Grenzen und ich glaube, dass auch die Geduld des UN-Sicherheitsrats ihre Grenzen hat. Wer auf diese Weise Menschen vor den Augen der ganzen Welt ermordet, während obendrein die UN-Beobachter im Land sind, der macht sich schlich über den Rest der Welt lustig.”

Russlands Außenminister Sergej Lawrow warf der Opposition in Syrien vor, das Massaker von Hula zu instrumentalisieren, um ein militärisches Eingreifen von außen zu erzielen. Er forderte die Umsetzung von Annans Friedensplan.

Er sagte: “Kofi Annans Plan sieht die Vereinigung der syrischen Opposition vor, und zwar nicht auf Basis eines Bürgerkriegs, sondern unter der Maßgabe, dass die Opposition bereit ist, mit den Behörden in einen Dialog zu treten. Und ich sehe nicht, wie der Syrische Nationalrat es schaffen will, die gesamte Opposition im Land unter seinem Dach zu vereinen.”

Unterdessen haben mehrere Länder aus Protest gegen das Massaker damit begonnen, die syrischen Botschafter auszuweisen. Neben Frankreich schickten auch Deutschland, Großbritannien, Italien, Spanien, Bulgarien, Kanada, die USA und Australien Botschafter und Diplomaten nach Damaskus zurück. Die niederländische Regierung erklärte den syrischen Botschafter für “nicht willkommen.” Das Land kann den Botschafter nicht ausweisen, da er seinen Sitz in Brüssel hat und dort Syrien bei den Niederlanden und Belgien gleichzeitig repräsentiert.