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UNO: "Hula-Opfer aus nächster Nähe erschossen"

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UNO: "Hula-Opfer aus nächster Nähe erschossen"

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Knapp fünf Tage nach dem Massaker von Hula ist ein neues unverifiziertes Amateurvideo aufgetaucht, das die Attacke auf die syrische Stadt zeigen soll. Erste UN-Untersuchungen ergaben, dass die meisten der über 100 Toten von Hula aus nächster Nähe erschossen wurden, weniger als 20 seien Opfer von Artillerie- und Panzerfeuer geworden. Laut der UNO haben vor allem die regimetreuen Schabiha-Milizen viele Menschen ermordet. Das hätten Augenzeugen berichtet.

Dem Bericht zufolge wurden ganze Familien in ihren Häusern erschossen. Rupert Colville, der Sprecher von UN-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay, bezeichnete das Massaker als “absolut abscheulich.” 49 der Opfer seien Kinder, 34 Frauen. Viele der Kinder waren den Angaben nach jünger als zehn Jahre. Es werde noch einige Zeit dauern, bis die genaue Zahl der Todesopfer feststehe, so Colville.

Des weiteren forderte er eine umfangreiche Untersuchung der Greuel und bekräftigte, dass Menschenrechtsverletzungen in Syrien vor den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag gebracht werden müssten. Das verlangt bereits das UN-Hochkommissariat.

Unterdessen wird die humanitäre Lage für die Menschen in vielen Gegenden des Landes immer schwieriger. In der seit sieben Monaten belagerten Stadt Al-Kusair nördlich von Homs etwa versorgen Ärzte und Krankenschwestern unter schwierigen Verhältnissen Verwundete. Der Behandlungsort ist eine provisorisch aufgebaute Behelfsklinik. Dazu fehlt es an Maschinen, an Medizin und Personal.

Unterdessen haben Regierungstruppen Aktivisten zufolge am Dienstag 18 Zivilisten und zwei Deserteure getötet. Die meisten seien in den Provinzen Homs und Aleppo erschossen worden.