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Wang Shu, Pritzker-Preisträger 2012

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Wang Shu, Pritzker-Preisträger 2012

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Große Ehre und internationale Anerkennung, der Pritzker-Preis für Architektur bringt beides. Wang Shu ist der erste Chinese, dem diese Würde zuteil wird. Die Auszeichnung wurde Ende Mai in Peking verliehen. Wang Shu hat sich vor allem als Erbauer öffentlicher Gebäude einen Namen gemacht, die in Chinas Kultur und Tradition wurzeln, wie das Ningbo Museum für Zeitgenössische Kunst. Für dessen Bau verwendete er Ziegel und Fliesen von abgerissenen traditionellen Häusern. Für den in Hangzhou lebenden und arbeitenden Architekten kam die Auszeichnung überraschend. “Ich habe sehr lange und intensiv gearbeitet und überhaupt nicht an den Preis gedacht. Und dann plötzlich kam er einfach über mich und ich sagte mir: Ich bin doch noch so jung! Aber das ist eine wirklich gute Anerkennung meiner Anstrengungen.”
Wang Shu baute ebenfalls Wohnhäuser in Hangzhou. Auch hier besticht der Einsatz traditioneller Baumaterialien und die Verwendung moderner, kubistischer Formen. Ebenfalls von Wang Shu: Der Xiangshan Campus der Chinesischen Akademie der Bildenden Künste. 1997 gründete er mit seiner Frau Lu Wenyu das Amateur Architecture Studio in Hangzhou, dessen Arbeit in der chinesischen Geschichte und Kultur wurzelt. Er leitet außerdem das Architekturinstitut an der Chinesischen Kunstakademie.
“Welchen Einfluss ich habe, kann ich nicht genau sagen” so Wang Shu. “Die junge Generation habe ich sicherlich geprägt. Viele junge Architekten suchen den Kontakt, wollen zu mir kommen. Das ist einer der Gründe, warum ich mir viel Zeit nehme, um junge Generationen zu unterrichten. Hier in China sind wir Architekten stark beschäftigt. Niemand hat die Zeit zu lehren, ich nehme sie mir.”
In einem Land, das von einem gigantischen Bauboom heimgesucht wird, gehört Wang Shu zu den Stimmen der Vernunft, die nach menschenwürdiger Architektur streben.