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50 Jahre Haft für Liberias Ex-Präsident Charles Taylor

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50 Jahre Haft für Liberias Ex-Präsident Charles Taylor

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Ein internationales Sondergericht in Den Haag hat Charles Taylor, den ehemaligen Präsidenten Liberias, zu 50 Jahren Haft verurteilt. Das Sondertribunal für Sierra Leone bestrafte Taylor für seine Mitschuld an Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Das Gericht sah als erwiesen an, dass Taylor während seiner Zeit als liberianischer Präsident im Bürgerkrieg im benachbarten Sierra Leone eine Rebellengruppe unterstützte. Taylors Verteidiger Courtenay Griffiths hält das Strafmaß für unverhältnismäßig und bezweifelt ihren Sinn, da die fehlerhafte Begründung offensichlich sei. Er kündigte an, dass er in Berufung gehen werde.

Das Gericht konnte nicht nachweisen, dass Taylor direkt an der Gewalt in Sierra Leone beteiligt gewesen war, sah seine Verwantwortung als Staatsoberhaupt eines Nachbarlandes aber als besonders schulderschwerend an.

Menschenrechtsorganisationen wie Global Witness begrüßten das Urteil, weil es allen, die für ihre Taten zur Rechenschaft gezogen werden, deutlich mache, dass die internationale Gemeinschaft Menschenrechtsverletzungen sehr ernst nehme.

Laut dem Urteil ließ sich Taylor seine Unterstützung der für ihre Grausamkeit gegenüber Zivilisten bekannten Rebellen mit Rohdiamanten bezahlen.

Seit den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen ist er das erste ehemalige Staatsoberhaupt, das von einem internationalen Gericht wegen Kriegsverbrechen verurteilt wurde.