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Annan: Worte sind gut, Taten sind besser

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Annan: Worte sind gut, Taten sind besser

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Aus Protest gegen das Massaker von Al-Hula haben zahlreiche westliche Mächte die syrischen Botschafter ausgewiesen – die stärkste diplomatische Waffe, über die ein Staat vefügt. Der syrische Vertreter in London hat wie viele seiner Kollegen nur wenige Tage Zeit, um das Land zu verlassen.

Das Blutbad von Al-Hula hat die Empörung gegen die Regierung in Damaskus weltweit weiter angefacht. Menschenrechtsaktivisten in Paris gingen auf die Straße: Sie gedachten der mehr als hundert Menschen, die in Al-Hula aus nächster Nähe getötet wurden.

Auch unter den Staats- und Regierungschefs wächst der Druck auf Damaskus: Frankreichs Präsident François Hollande schloss einen Militäreinsatz ausgestattet mit einem Mandat des Weltsicherheitsrats nicht aus: “Es liegt an mir und anderen, Russen und Chinesen mit ins Boot zu holen und eine Lösung zu finden, die nicht zwangsläufig militärisch sein muss.”

Der Vermittler der Vereinten Nationen Kofi Annan nannte bei seinem Besuch in Damaskus die Ereignisse von Al-Hula einen Wendepunkt. Sein Friedensplan funktioniere nur, wenn die Gewalt ein Ende habe. “Worte sind gut, Taten sind besser,” erklärte Annan. “Wichtig ist, mit Taten zu zeigen, wie überzeugt die internationale Gemeinschaft hinter dem Plan steht. Das ist es, was man nun braucht: Taten, keine Worte.”

Bei seinen Unterredungen mit Präsident Baschar al-Assad forderte Annan, die Täter von Al-Hula zur Rechenschaft zu ziehen. Seit Beginn der Proteste vor über einem Jahr sind in Damaskus an die 10.000 Menschen getötet worden, schätzen die Vereinten Nationen.