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Assange: Das Tauziehen geht weiter

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Assange: Das Tauziehen geht weiter

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540 Tage sind seit seiner Verhaftung in London im Dezember 2010 vergangen. Während dieser Zeit kämpfte Assange einerseits gegen seine Auslieferung, andererseits dagegen, in Vergessenheit zu geraten.

Selbst den Tag seiner Verhaftung, als er sich freiwillig den Behörden stellte, wussten seine Anhänger in Szene zu setzen. Für sie handelt es sich bei der Affäre um eine Verschwörung gegen den Wikileaks-Gründer.

John Pilger, Journalist und Assange’s Verteidiger: “Dieser Mann hat sich sehr mächtige Feinde gemacht! Und dies aus gutem Grund. Er hat ein ausserordentliches Stück Journalismus abgeliefert.Im Namen von uns Allen!”

Dies bezog sich auf die Veröffentlichung geheimer Daten auf seiner Webseite. Bereits im Juli 2010 hatte Wikileaks 91.000 als sensibel klassifizierte Dokumente der US-Armee aus dem Krieg in Afghanistan veröffentlicht. Inhalt: Operationen gegen die Taliban und Tötung afghanischer Zivilisten.

Julian Assange, Wikileaks Gründer: “Es liegt nun an den Gerichten, zu entscheiden, ob hier Verbrechen vorliegen. Dieses Material legt den Verdacht nahe, das es sich hier um Kriegsverbrechen handelte.”

Doch zu einem Skandal wächst sich die Sache erst durch die Schlagzeilen der internationalen Presse aus. Das Wikileaks rund 250.000 amerikanische Dokumente veröffentlicht, löst ein politisches Erbeben aus.

Washington spricht von einem schweren Verbrechen und droht Assange, der früheren französischen Außenministerin zufolge mit ernsthaften Konsequenzen:

Michelle Alliot-Marie, frühere französische Außenministerin:“Hillary Clinton bestätigte mir damals, dass es ein Gesuch der USA gäbe, Assange vor Gericht zu bringen. Sie verlangte nach einer Bestrafung. Ich konnte dem nur zustimmen.”

Diese Drohung aus Washington hat der Australier immer am meisten gefürchtet, glaubt er doch nach einer Auslieferung an Schweden, später an die USA überstellt zu werden.

Seine letzte Hoffnung, der Auslieferung doch noch zu entgehen ist jetzt der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg.