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Schwedische Gardinen für Assange?

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Schwedische Gardinen für Assange?

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Großbritanniens oberster Gerichtshof hat entschieden, dass der WikiLeaks-Gründer Julian Assange nach Schweden ausgeliefert werden darf.

Dem 40-jährigen Australier wird in Schweden vorgeworfen, mit zwei Frauen ohne deren Einwilligung ungeschützten Sex gehabt zu haben.

Assange weist die Vorwürfe zurück und bezeichnet sie als politisch motiviert.

Vor dem Supreme Court war es um die Frage gegangen, ob ein von der Staatsanwaltschaft in Schweden ausgestellter EU-weiter Haftbefehl in
Großbritannien Gültigkeit besitzt. Fünf der sieben
Richter des Supreme Court waren der Ansicht, dass der Auslieferungsantrag rechtsgültig sei.

Assange selbst war bei der Verkündung der Entscheidung nicht im Gericht. Seine Anwälte sagten, er habe im Stau festgesteckt.

John Pilger, ein australischer Journalist und Freund Assanges, schien enttäuscht zu sein: “Das Urteil ergibt keinen Sinn. Die Justiz kommt nicht gut weg und sieht eher schäbig aus. Ich sage das nicht nur weil die Richter gegen Assange geurteilt haben, sondern weil ihre Argumente nicht auf dem beruhen, was die Abgeordneten im Sinn hatten, als sie dieses Auslieferungsgesetz verabschiedet haben.”

Assange fürchtet, letztlich an die USA ausgeliefert zu werden, wo er wegen der Veröffentlichung tausender geheimer US-Depeschen den Zorn der Regierung auf sich gezogen hat.