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Britischer Kulturminister beteuert Unparteilichkeit gegenüber Murdoch

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Britischer Kulturminister beteuert Unparteilichkeit gegenüber Murdoch

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Die britische Regierung gerät wegen ihrer Nähe zum Medienmogul Rupert Murdoch immer mehr unter Druck: Kulturminister Jeremy Hunt hatte an diesem Donnerstag vor dem Leveson-Ausschuss, der die Moral der britischen Medien unter die Lupe nimmt, seine Unparteilichkeit zu beweisen. Ihm wird vorgeworfen, dass er als zuständiger Minister die umstrittene Übernahme des Bezahlfernsehsenders BSkyB durch Murdoch unterstützte und dabei private Überzeugungen im Spiel waren.

Vor dem Ausschuss kamen E-Mails und Handy-Kurzmitteilungen ans Licht, in denen Hunt Murdochs Sohn beglückwünschte, als aus Brüssel grünes Licht für die Übernahme kam, und auch an den Finanzminister textete, man müsse die Sache durchbringen. Obwohl seine persönliche Überzeugung bekannt war, war er mit der Prüfung des Übernahmeantrags beauftragt worden – nachdem seinem Vorgänger der Fall wegen Parteilichkeit – nämlich Ablehnung – entzogen worden war.

Murdoch hatte nach dem Abhörskandal um “News of the World” letztlich auf die BSkyB-Übernahme verzichtet.

Hunt erklärte vor dem Ausschuss, er habe seine private Meinung bei der Prüfung des Übernahmeantrags stets hintangestellt.
Und auch Regierungschef David Cameron stärkte ihm den Rücken und ließ erklären, dass es keine Untersuchung wegen Verstoßes gegen die Ministerpflichten gebe. Hunt bleibt auch weiter für die Abwicklung der Olympischen Spiele in London zuständig.

Erst tags zuvor war Camerons Ex-Kommunikationschef und Murdochs Ex-Mitarbeiter Andy Coulson wegen Meineids angeklagt worden.