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Sierra-Leone-Tribunal: "Der Arm des Gesetzes ist lang"

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Sierra-Leone-Tribunal: "Der Arm des Gesetzes ist lang"

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50 Jahre Haft – das ist die Strafe des UN-Sondertribunals für Sierra Leone in Den Haag für den liberianischen Ex-Präsidenten Charles Taylor.
Danach hat er im Nachbarland Sierra Leone die Rebellenarmee RUF („Revolutionäre Vereinigte Front“) zu Verbrechen angestiftet.

Spezialitäten der RUF: Kinder entführen, unter Drogen setzen und als Soldaten zu Gräueln zwingen – und Körperteile abhacken.

Für viele der Opfer ist das Urteil eine Genugtuung.

Samuel Cinteh, Sierra Leone:

“Wie Sie wissen, ist der Arm des Gesetzes lang. Ich weiß, dass Charles Taylor der Justiz nicht entkommen kann. Und heute bekam er, was man Gerechtigkeit nennt,”

so ein armamputierter Mann in Freetown, Sierra Leone. Tausende wurden im Bürgerkrieg in den 90er Jahren wie er zu Krüppeln. Die Täter: Oft bedröhnte Kindersoldaten. Bis zu 200 000 Menschen kamen um im Land der “Blutdiamanten”.

Ernest Bai Koroma, Präsident von Sierra Leone:

“Sierra Leone und Liberia verändern sich. Die beiden Länder sind auf dem Weg, bessere Länder zu werden.” Er ist überzeugt von einem Neuanfang nach dem Urteil.

Taylor ist seit den Nürnberger Prozessen das erste Ex-Staatsoberhaupt, das von einem internationalen Gericht bestraft wird. Er kann in Berufung gehen.

mit dpa, Reuters