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Italien: Beben verursachen Milliarden-Schäden

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Italien: Beben verursachen Milliarden-Schäden

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Die Region Emilia-Romagna im Norden Italiens. Gleich mehrfach wurde sie in den letzten Wochen von Erdbeben erschüttert. 24 Menschen verloren ihr Leben, historische Gebäude zerfielen zu Schutt. Und nicht zuletzt wurde auch die Wirtschaft der Region massiv getroffen.

Dabei gehört die Emilia-Romagna zu den wirtschaftlich stärksten Gegenden Italiens. 2009 lag das Bruttoinlandsprodukt hier laut Eurostat bei 135 Milliarden Euro. Das war das vierthöchste von allen 20 Regionen Italiens. Aussagen des Wirtschaftsverbands Cofindustria zufolge kommt die Emilia-Romagna damit für gut 10 Prozent des gesamtitalienischen Bruttoinlandsprodukts auf.

Auf 10 Einwohner kommt hier ein Unternehmen, zumeist ein sogenanntes KMU, also kleineres und mittleres Unternehmen. Die Erdbeben haben viele von ihnen hart getroffen. Laut Cofindustria belaufen sich die wirtschaftlichen Verluste auf 10 Millionen Euro – pro Tag.

Die Biomedizin gehört zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen der Region. Hunderte KMUs sind in diesem Sektor angesiedelt, mehr als fünf Millionen Menschen arbeiten hier. 950 Millionen Euro Jahresumsatz macht der biomedizinische Sektor, 40 Prozent davon durch Ausfuhren. Experten schätzen den Schaden für den Industriezweig nun auf 900 Millionen Euro.

Emilio Contini ist Chef eines Unternehmens, das künstliche Herzklappen herstellt. Trotz der Trümmer hat er seinen Mut nicht verloren: “Ich weiß nicht, ob es Hilfe gibt. Wir können aber keine Wohltaten verlangen oder viel erwarten, denn vielen Menschen geht es schlechter als uns, sie haben ihre Wohnungen verloren. Wir brauchen jetzt eine Verschnaufpause und wenn der Staat uns etwas Geld geben kann, wie in anderen Teilen Europas, und wenn das in den nächsten 90 Tagen statt in einem Jahr geschieht, dann wäre das schon eine große Hilfe. Wir wissen aber nicht, wie sich die Banken verhalten werden.”

Ein anderer Betrieb stellt Komponenten für medizinische Geräte her. Seine Verluste werden auf mindestens 10 Millionen Euro geschätzt. Firmenchef Giorgio Mari meint: “Wir sind der einzige Zulieferer einer wichtigen Komponente für die Fresenius Gruppe. Fresenius braucht diese Komponenten, die hier hergestellt werden, um seine Produkte fertigstellen zu können. Deshalb ist der wirtschaftliche Schaden sehr beträchtlich. Wir müssen dringend den Weg für einen Neubeginn finden.”

Die Emilia-Romagna ist aber auch eine landwirtschaftlich wichtige Region. Hier kommt der Balsamico-Essig her, der Parmaschinken und natürlich Parmesan. Die durch die Beben entstandenen Schäden für die Landwirtschaft werden auf 500 Millionen Euro geschätzt.