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Methanol-Batterien liefern billige und nachhaltige Energie

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Methanol-Batterien liefern billige und nachhaltige Energie

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Billige und nachhaltige Energie wird in Zukunft immer wichtiger werden. Man braucht sie überall. So wird beispielsweise bereits in Renn-Segelbooten eine leichte und langlebige Energiequelle genutzt: Eine Methanol betriebene Brennstoffzelle liefert auch unter rauen Bedingungen den Strom für alle Navigationsgeräte.

Diese nicht viel wiegenden Brennstoffzellen werden in diesem Labor in München produziert. Sie sind darauf ausgelegt, kleine elektronische Geräte, wie Haushaltsgeräte oder Reise- und Freizeitgeräte über mehrere Monate betreiben zu können.

Euronews-Reporter Claudio Rocco: “In diesem Labor werden Brennstoffzellen hergestellt, die 80 Prozent leichter sind als herkömmliche Batterien.”

Erfunden hat diese leichten Brennstoffzellen der deutsche Chemie-und Maschinenbau-Ingenieur Manfred Stefener. In seinem Labor sehen wir ein Beispiel für die sehr kompakte und portable Brennstoffzellen-Batterie, die er und sein Team entwickelt haben. In den 1990er Jahren entwickelte er die Grundidee, den bis dahin dafür verwendeten Wasserstoff mit Methanol zu ersetzen. Methanol hat eine viermal höhere Dichte als Wasserstoff, braucht daher weniger Speicherplatz und reduziert deshalb auch das Gewicht der Batterie. Stefeners Team ist es gelungen, die Brennstoffzelle zu verkleinern, sodass sie auch wirtschaftlich rentabel ist.

Manfred Stefener: “Methanol ist ein flüssiger Kraftstoff mit einer sehr hohen Energiedichte. Er kann leicht transportiert werden. Deshalb ist es für kleinere Brennstoffzellen einfacher, Methanol statt Wasserstoff zu verwenden. Es kann in kleine Patronen gefüllt und einfach transportiert werden. Außerdem bietet es sehr lange Laufzeiten für Brennstoffzellen.”

Nach dieser Erfindung entwickelte Manfred Stefener eine Brennstoffzelle, die mit Erdgas betrieben wird. Sie dient dazu, in Wohnhäusern Strom und Wärme zu produzieren. Laut Stefener kann diese Brennstoffzelle Strom einsparen und CO2-Emissionen um 40 Prozent senken.

Manfred Stefener: “Die Brennstoffzelle funktioniert folgendermaßen: Sie wird mit normalem Erdgas aus dem Netz betrieben und produziert etwa 40 bis 60 Prozent des gesamten Strombedarfs eines typischen europäischen Haushalts. Außerdem deckt sie auch den gesamten Warmwasserbedarf dieser Haushalte.”

Für die Erfindung seiner neuen Technik ist der 42-jährige Manfred Stefener für den “European Inventor Award” nominiert worden, der vom Europäischen Patentamt im Juni in Kopenhagen vergeben wird.

Manfred Stefener: “Während meiner Doktorarbeit, die ich 1997 hier an der TU München begann, wurde mir klar, dass mit Wasserstoff betriebene Fahrzeuge, die zu dieser Zeit jeder wollte, noch nicht marktreif waren. Sie waren zu teuer und außerdem fehlte die Infrastruktur dafür. Also hatte ich die Idee, Brennstoffzellen für kleinere Geräte mit weniger Strombedarf zu entwickeln.”

Euronews-Reporter Claudio Rocco: “Wie haben Sie sich nach der Entdeckung dieser neuen Technologie gefühlt?”

Manfred Stefener: “Die Methanol-Brennstoffzellen, die ich vor 15 Jahren erfunden habe, sind heute das erste kommerzielle Produkt auf dem Markt für Brennstoffzellen. Das ist natürlich ein sehr befriedigendes Gefühl, dass heute Menschen wirklich die Produkte benutzen, die auf meiner Erfindung beruhen, die ich vor so vielen Jahren gemacht habe.”

Stefener ist davon überzeugt, dass Methanol-Batterien auch für weitere Anwendungen verwendet werden können, um den ständig wachsenden Energiebedarf unserer Gesellschaft zu stillen.