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Russland und China: Partner mit Konfliktpotential

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Russland und China: Partner mit Konfliktpotential

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Russland und China – mehr als einmal haben die beiden Länder gezeigt, dass sie auf derselben Wellenlänge schwingen. Zweimal haben sie im UN-Sicherheitsrat mit ihrem Veto Resolutionen blockiert, die die Regierung in Syrien zum Rückzug auffordern sollten. Zu groß ist die Skepsis gegenüber einer westlichen Militärdominanz. Gemeinsam stellen sie sich auch dagegen, den Iran wegen dessen Atomprogramm noch weiter zu sanktionieren.

Russland und China, die zwei Länder teilen sich eine gemeinsame Grenze und auch in rein praktischer Sicht passen die Nachbarn gut zusammen: Russland ist der größte Energieproduzent der Welt, und China der größte Verbraucher. Schon bald werden beide bei den Treffen der WTO zusammensitzen, da Russland in diesem Sommer der Welthandelsorganisation offiziell betritt.

Die Handelsbeziehungen laufen rund. So ist der Warenverkehr von Russland nach China in den vergangenen zwei Jahren um mindestens 40 Prozent gestiegen. Und das von Moskau ausgegebene Ziel, im bilateralen Handel bis zum Jahr 2015 ein Volumen von umgerechnet rund 80 Milliarden Euro zu erlangen, wird wohl schon vor früher erreicht.

China wird für Russland also als Partner immer wichtiger. Allerdings birgt das Wirtschaftswachstum Chinas auch Konfliktpotential: Denn Peking will an die Ressourcen im dünn besiedelten Sibirien ran. Moskau investiert daher nun mehr in Unternehmen als auch das Militär im Fernen Osten.

Die immer größer werdende wirtschaftliche Einflusssphäre Chinas wird immer spürbarer. Besonders in den Gegenden Russlands, die fern von Moskau und nah an der Grenze zu China liegen. Dort füllen Waren “made in China” die Regale, und Russen machen Einkaufstouren ins Nachbarland, um sich mit Kleidern und anderen Dingen einzudecken.

Um Chinas wachsenden Einfluss zu bremsen, versucht Moskau, in den entlegenen Regionen politisch präsenter zu sein. In der neuen Regierung gibt es zum ersten Mal einen Minister für die Entwicklung des Fernen Ostens. Zudem wird ein Staatsunternehmen aufgebaut, das die Ressourcen dort ausbeuten soll. Und Russlands neuer Präsident Wladimir Putin schaut bereits nach vorn, baut schon mal gute Beziehungen zu Chinas Vizepremier Li Keqiang auf. Der nämlich könnte schon bald der neue Regierungschef in Peking sein.