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EU will Waisenkindern neue Familien geben

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EU will Waisenkindern neue Familien geben

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Mehr als eine Million Babys und kleine Kinder in Zentral- und Osteuropa leben laut der UNO verlassen und verwaist in Heimen. Die Folgen können unter anderem ein geringerer IQ oder eine langsamere Entwicklung motorischer Fähigkeiten sein. Das macht eine Ausstellung deutlich, die jetzt im Europaparlament in Brüssel zu sehen ist. Gemeinsam mit der EU-Kommission und Kinderschutzgruppen will das Parlament in den betreffenden Staaten Familien dazu bringen, Waisen oder verlassene Kinder aufzunehmen, damit sie einen besseren Start ins Leben haben.

Die irische Europaabgeordnete Mairea McGuiness: “Die Mitgliedsstaaten, das Europaparlament und die Kommission können etwas ändern für Menschen, die dauerhaft hinter Wänden weggesperrt sind. Wir haben eine Menge Arbeit zu erledigen. Es ist ein sehr ehrgeiziges Projekt, aber es gibt keine Wahl. Wir müssen es tun.”

Die Gegner des Programms fürchten allerdings, dass die Kinder aus den Heimen in den falschen Familien landen, wo sie womöglich missbraucht oder zur Prostitution gezwungen werden. Arpad A. Busson vom Kinderschutzbund “Absolute Return for Kids” erklärt, wie sichergestellt werden soll, dass genau dies nicht geschieht: “Die Kinder sind in der Verantwortung jedes Haushalts, den wir beobachten. Wenn wir ein Kind in eine Familie geben, dann verfolgen wir genau, was dort passiert. So entscheiden wir, ob die Kinder dortbleiben können, oder ob wir eine andere Familie suchen.”

Zudem könnte mit dem Programm auch ein immer wiederkehrendes Muster durchbrochen werden. Denn laut den Kinderschützern sind viele der Eltern die ihre Kinder abgeben, selbst in Heimen großgeworden.