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Syrien: Streit um Blutbad und um UNO-Beobachter

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Syrien: Streit um Blutbad und um UNO-Beobachter

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Auch nach fast zwei Monaten vorgeblicher Waffenruhe geht die Gewalt in Syrien immer weiter. Täglich kommen neue Bilder über das Internet, wie Aufnahmen – nach den dortigen Angaben – aus der Stadt Homs. Teile von Homs waren vor einiger Zeit Schauplatz schwerster Kämpfe zwischen Aufständischen und Regierungsarmee. Auch jetzt sind wieder Detonationen zu sehen und zu hören.

Die Aufmerksamkeit richtet sich zur Zeit aber auf das Blutbad, das gestern in einem Dorf in der Nähe von Hama verübt wurde. Eine Oppositionsgruppe spricht von gut fünfzig Toten, eine andere von rund achtzig. Unter den Opfern sind demnach auch etliche Kinder – laut den Angaben im Internet sind auch sie auf Bildern dort zu sehen.

Die Opposition macht für das Blutbad Armee und regierungstreue Milizen verantwortlich. Auch Zeugen
aus dem Ort berichten das. Syriens Regierung verurteilt dagegen das Gemetzel in ebenso scharfen
Tönen wie ihre Gegner und die Weltöffentlichkeit, sieht dahinter aber wieder terroristische Gruppen – wie auch bei anderen derartigen Zwischenfällen.

Die UNO-Beobachter können jedoch nichts überprüfen, weil sie nicht in den Ort gelassen werden. Der Leiter des Einsatzes, der norwegische General Robert Mood, teilte mit, seine Beobachter würden an Straßensperren der syrischen Armee angehalten, manche auch zurückgeschickt. Andere würden von Zivilisten aufgehalten. Außerdem habe man Informationen von Einwohnern, dass die Sicherheit der Beobachter dort nicht gesichert sei.

Syriens Regierung bestreitet aber auch das: Das Staatsfernsehen meldet, die Beobachter hätten freien Zugang.