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EU wartet auf Spaniens Rettungsantrag

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EU wartet auf Spaniens Rettungsantrag

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Spaniens Banken im freien Fall: Nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds wird das Land zur Stützung des maroden Sektors mindestens 40 Milliarden Euro an frischem Kapital benötigen. Am Samstag nachmittag wollten die Finanzminister der Euroländer in einer Telefonkonferenz über eine mögliche Rettungsaktion beraten. Aus Brüsseler Regierungskreisen hieß es, man rechne „jederzeit“ mit einem Antrag Spaniens auf europäische Hilfsgelder.
 
Der IWF gab zu bedenken, dass der tatsächliche Kapitalbedarf wegen möglicher Kosten für Restrukturierungen und Kreditausfälle noch sehr viel höher sein könne.
 
Zumindest kann sich Spanien am Anleihemarkt noch Geld besorgen – wenn auch zu immer höheren Zinsen. Am Donnerstag lagen die Renditen für zehnjährige Papiere bei rund sechs Prozent. Experten wie David Jones von IG Index gehen davon aus, dass das Land auf jeden Fall Hilfe brauchen wird. “Dies ist lediglich ein kleines Pflaster für ein weit größeres Problem”, so Jones. “Während wir uns auf die Banken konzentrieren gibt es ja auch noch die Staatsverschuldung. Mittelfristig wird es kaum eine Lösung für Spanien geben.”
 
Neben Griechenland gilt Spanien derzeit als größte Gefahr für die Stabilität der Eurozone. Dabei geht es nicht allein um den taumelnden Bankensektor: Auch die hohe Arbeitslosigkeit und die Finanzschwäche vieler Regionen machen dem Land schwer zu schaffen.