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Französische Parlamentswahlen mit niedriger Beteiligung

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Französische Parlamentswahlen mit niedriger Beteiligung

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Die Zeitungen in Paris sind voll davon, die Franzosen selbst nehmen die Parlamentswahlen allerdings mit typisch französischer Gelassenheit. Viele gehen lieber zum Markt oder sitzen im Café, statt ihre Stimme abzugeben. Bis zum Mittag betrug die Wahlbeteiligung gerade mal 21 Prozent und lag damit noch etwas niedriger als zur gleichen Zeit bei den letzten Parlamentswahlen vor fünf Jahren. Ein Kaffeehausbesucher macht kein Geheimnis aus seiner Wahlverweigerung. “Ich wähle nicht, weil das System keine wirklichen Alternativen bietet”, erklärt er, “und weil die politische Klasse in Frankreich immer die gleiche bleibt.”

Manche allerdings sind optimistischer. Ein junger Franzose etwa, der auf Stabilität hofft: “Ich erwarte in erster Linie, dass das Ergebnis nicht dem der Präsidentschaftswahlen vor ein paar Wochen widerspricht. Die Lage in Europa ist derzeit kompliziert, vor allem in Frankreich. Das könnte in Zukunft eine Instabilität schaffen und das würde kein einziges Problem lösen.” Ein anderer wünscht sich gleich eine Reihe von Verbesserungen: “Ich erwarte ziemlich viel vom neuen Parlament. Ich hoffe, dass neue Gesetze für die Bürger gemacht werden, dass wir informiert werden und dass alles sehr viel schneller geht.”

Die Haltung der Bevölkerung schwankt also zwischen glatter Verweigerung und großen Hoffnungen auf eine bessere Zukunft, gerade angesichts der fragilen Situation im Euroraum. Insgesamt haben sich rund 6000 Kandidaten in den Wahlkreisen zur Wahl gestellt. Es bleibt abzuwarten, ob sie nach dem Ende des Urnengangs in der Lage sein werden, die Erwartungen der französischen Bürger zu erfüllen.