Eilmeldung

Eilmeldung

Dilemma der Konservativen: Wie hälst Du's mit Marine?

Sie lesen gerade:

Dilemma der Konservativen: Wie hälst Du's mit Marine?

Schriftgrösse Aa Aa

Frankreichs konservative Partei steht nach der ersten Runde der Parlamentswahlen vor einem Dilemma. Soll die Partei jetzt mit der rechtsextremen Nationalen Front zusammenarbeiten, um einen Erdrutschsieg der Sozialisten zu verhindern? Offiziell gibt es keinen Pakt zwischen der Partei von Ex-Präsident Nicolas Sarkozy und Marine Le Pen, aber eine Mehrheit der konservativen Wähler ist für Absprachen vor der zweiten Runde.

UMP-Generalsekretär Jean-François Copé sagt, es gebe keine Allianz mit der Nationalen Front, aber er stelle fest, dass die Kandidaten der Sozialisten eine systematische Allianz mit der extremen Linken eingegangen seien. Und eine solche Allianz könne man nicht befürworten.

Die Parteichefin der rechtsextremen Front Nationale Marine Le Pen feiert den Erfolg in ihrem Wahlkreis, wo sie nach der ersten Runde vorne liegt und den Parteichef der Linksfront Jean-Luc Melenchon auf den dritten Platz verwies. In der zweiten Runde tritt Marine Le Pen in Hénin-Beaumont in Nordfrankreich jetzt gegen den Sozialisten Philippe Kemel an. Und sie wettert gegen Frankreichs absolutes Mehrheitswahlrecht, das kleine Parteien wie die ihre benachteiligt.

Ihre marineblaue Bewegung schlage sich trotz der geringen Wahlbeteiligung sehr gut, sagte Marin Le Pen am Wahlabend. Das seit 25 Jahren geltende Wahlrecht sei zutiefst undemokratisch, weil so Millionen von Wählern nicht durch ihre Abgeordneten vertreten seien. Dennoch sei ihre Partei jetzt die drittstärkste politische Kraft in Frankreich.

Die französische Presse sieht eine Chance für den Einzug von insgesamt fünf Abgeordneten der rechtsextremen Nationalen Front ins Parlament. Neben Marine Le Pen könnte ihre Nichte Marion Maréchal-Le Pen ihren Wahlkreis gewinnen – ebenso wie der landesweit bekannte Anwalt Gilbert Collard. Die rechtsextreme Partei hat ihre profilierten Kandidaten in Wahlkreisen platziert, in denen Marine Le Pen bei den Präsidentschaftswahlen ein besonders gutes Ergebnis erzielt hatte.