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Serbiens Staatspräsident Nikolić polarisiert

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Serbiens Staatspräsident Nikolić polarisiert

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In Serbien hat Staatspräsident Tomislav Nikolić sein Amt angetreten.

Nikolić war wegen Äußerungen über das Massaker von Srebrenica scharf kritisiert worden – das sei kein kein Völkermord gewesen. 1995 waren schätzungsweise 8000 Bosnier von serbischen Soldaten und Milizen umgebracht worden.

Die meisten Regierungschefs der Nachbarländer boykottierten deshalb die feierliche Amtseinführung.

EU-Erweiterungskommissar Štefan Füle versuchte, Gräben zu überbrücken.

Štefan Füle:

“Ich bin nicht gekommen, um das eine oder andere Wort zu analysieren. Ich bin hierhergekommen, um Mut zu machen, um konkrete Wege für regionale Zusammenarbeit und regionale Versöhnung aufzuzeigen und die Menschen darin zu bestärken.”

Während des Kroatienkrieges war Tomislav Nikolić Führer serbischer Freischärler (Tschetniks), Ende der 90er Jahre Teil der Regierung Milošević. Er galt lange als Ultranationalist.

Zwei internationale Gerichte hatten das Massaker von Srebrenica, das schwerste Kriegsverbrechen in Europa seit 1945, klar als Völkermord charakterisiert.

mit dpa, AP, Reuters, AFP