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Frankreich: Hollande zwischen "First Girlfriend" und "First Mother"

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Frankreich: Hollande zwischen "First Girlfriend" und "First Mother"

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Jetzt kommt doch noch Pfeffer in die französischen Parlamentswahlen – vier von zehn Wählern waren am vergangenen Sonntag gar nicht erst hingegangen zum ersten Durchgang.

In der zweiten Runde geht es für viele Kandidaten ums politische Überleben, auch für Ségolène Royal, Mutter der vier Kinder von Präsident François Hollande. Alle prominenten Sozialisten unterstützen sie. Nur die “First Lady” nicht.

Hollandes Lebensgefährtin Valérie Trierweiler twitterte Royals Gegenkandidaten, dem sozialistischen Abweichler Olivier Falorni, “Mut” zu.

Im ersten Durchgang hatte Ségolène Royal in der westfranzösischen Hafenstadt La Rochelle mit 32 % der Stimmen knapp vor Olivier Falorni gelegen (29 %). Hollande und die Parteiführung der Sozialisten hatten Falorni aufgerufen, auf seine Kandidatur zu verzichten. Als er sich weigerte, wurde er aus der Partei ausgeschlossen.

Christopher Bickerton, Professor für Internationale Beziehungen am Institut für Politische Studien in Paris:

“Da stellt sich vor allem die Frage, wieviel Unabhängigkeit kann eine First Lady in Frankreich haben. Dazu kommen einige etwas kniffligere Fragen zum Verhältnis zwischen französischen Medien und dem politischen Establishment.”

Royal und Hollande hatten sich 2007 nach 30 Jahren getrennt.

Valérie Trierweiler ist Journalistin und denkt nach eigenen Angaben noch über ihre neue Rolle an der Seite des Präsidenten nach. Einstweilen schreibt sie weiter für die Zeitschrift “Paris Match”. Sie habe drei Kinder zu ernähren und wolle finanziell unabhängig bleiben, so ihr erster Kommentar.

Amerikanische Medien nennen sie bis auf Weiteres “First Girlfriend”.