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Protest spanischer Bergleute: Feuerwerkskörper gegen Gummigeschoße  

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Protest spanischer Bergleute: Feuerwerkskörper gegen Gummigeschoße  

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Die angekündigten Milliardenhilfen für spanische Banken bringen die streikenden Bergleute in Rage. Im Kohlerevier im Nordwesten des Landes hängen rund 30.000 Arbeitsplätze direkt oder indirekt von der Kohle ab. Die Industrie wiederum kann ohne staatliche Subventionen mit den Weltmarktpreisen nicht mithalten. Dieses Jahr sollen die Hilfen für den Sektor mit einem Schlag von 300 Millionen Euro auf gut ein Drittel gekappt werden.
 
 
Esther Rodriguez, Ehefrau eines Bergmannes:
 
“Welche Zukunft erwartet uns? Das Schlimmste ist, niemand in Spanien unterstützt uns. Die Bergleute aus anderen Ländern unterstützen uns. Aus Polen, aus Großbritannien.”
 
 
Seit gut zwei Wochen blockieren die Kumpel Straßen und Züge. Sieben harren unter Tage besserer Zeiten.
 
 
Ein vermummter Bergmann:
 
‘‘Es gibt eine Menge Spannung. Und die Spannung steigt, wenn die Bereitschaftspolizei in Dörfer einrückt, wo Frauen und Kinder sind, das ist ihnen egal. Genauso machen wir das jetzt auch. Das ist wirklich traurig, weil irgendwann der Punkt kommt, an dem etwas Schlimmes passiert.”
 
 
Zimperlich sind beide Seiten nicht in der Wahl ihrer Mittel. Die streikenden Bergarbeiter schießen mit Feuerwerkskörpern aus selbstgebastelten Raketenwerfern. Polizei in Kampfausrüstung antwortet mit Gummigeschoßen.
 
 
Im März hatte Spanien auf Forderungen der EU ein sogenanntes “Anti-Krisen-Paket” beschlossen, das zahlreiche Streichungen vor allem im sozialen Bereich und Sondereinnahmen von 27 Milliarden Euro vorsieht – meist aus höheren Steuern.
 
 
 
 
mit AP, AFP