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Alexis Tsipras - der radikale Linke

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Alexis Tsipras - der radikale Linke

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Alexis Tsipras will ein klares demokratisches Mandat zur Regieren bekommen. Beim letzten Urnengang am 6. Mai hatte sein “Bündnis der radikalen Linken” SYRIZA den höchsten Stimmenzuwachs erzielt. Diese linken Bewegungen wollen einen klaren Bruch mit dem fast 40 Jahre praktizierten politischen System der zwei großen Parteien, das nach Meinung vieler Griechen das Land ruiniert hat. Tsipras wörtlich: “Wir sagen dem griechischen Volk so laut und deutlich, dass die politischen Führer Europas es hören können, dass man kein Volk absichtlich würdelos, unterwürfig und dem Selbstmord ausgeliefert lassen darf.”
Seit der heute 37jährige Tsipras 2004 die Führung des Bündnisses übernahm, sind die Wahlergebnisse von 4,5 Prozent bei den Parlamentswahlen 2007 auf zuletzt 16,8 Prozent emporgeschnellt. Tsipras stieg in den 90er Jahren auf vom Studentenführer zum Parteichef der damaligen “Euro-Kommunisten”.
Auf dieser Basis schuf er das Bündnis der radikalen Linken, das sich als Schwesterpartei der deutschen “Linken” versteht.
Am 6. Mai machten ihn die Wähler zum “Zünglein an der Waage”. Die beiden “alten” Parteien, die konservative “Neue Demokratie” und die sozialdemokratische PASOK, konnten nicht mehr ohne Koalitionspartner eine Regierung bilden.
Und Tsipras verweigerte sich einer Koalition, als er die Chance sah, nach Neuwahlen nur wenige Wochen später selbst regierungsfähig zu werden.
Nachdem er die Koalitionsverhandlungen in Athen hatte platzen lassen, reiste er nach Paris und Berlin auf der Suche nach Verbündeten für seine Politik.
In Paris wurde er vom Chef des dortigen Linksbündnisses empfangen, der inzwischen seinen Kampf um einen Parlamentssitz verloren hat.
In Berlin begrüßte ihn der Fraktionsvorsitzende der Partei “Die Linke” im Bundestag, Gregor Gysi.
Fünf Tage vor dem entscheidenden Urnengang in Griechenland legte Alexis Tsipras auf einer Pressekonferenz noch einmal die Linien seiner Politik vor. Er sagte u.a.: “Wir können garantieren, dass Griechenland nicht länger Versuchskaninchen bleibt, an dem alle Kriselasten ausprobiert werden, für die das griechische Volk nicht verantwortlich ist.”
Tsipras versprach den Griechen den Verbleib in der Euro-Zone ohne Rückzahlung der Schulden.
Damit ist in Sachen Griechenland-Krise nebst Rettungsversuchen wieder alles offen.