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Skepsis der Anleger erreicht Italien

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Skepsis der Anleger erreicht Italien

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In der Eurokrise werden die Anleger jetzt misstrauisch gegenüber Italien. Bei einem neuen Verkauf von Staatsanleihen mit einem Jahr Laufzeit lagen die Zinsen weit über denen vom letzten Monat. Zumindest gab es trotzdem mehr als genug Interessenten.

Man müsse für Wachstum sorgen, sagt Regierungschef Mario Monti: Dann werde den Anlegern klar, dass Italiens Finanzen gesund seien. Dann zahle man auf die Anleihen auch weniger Risikoaufschlag, die Zinsen würden sinken, die Firmen hätten es leichter – und das alles schütze vor Ansteckung.

Ansteckung wie aus Spanien, das seine Banken von den Europartnern retten lassen muss. Pro forma geht das Geld nicht an den Staat, sondern an den Bankenrettungsfonds – Spanien kann damit die bisher bei Rettungen üblichen strengen Sparauflagen vermeiden.

Die Regierung sieht hier deshalb auch keinen Rettungsschirm, wie etwa für Griechenland oder den Nachbarn Portugal. Die Opposition fordert dagegen im Parlament, der Regierungschef solle die Wahrheit sagen: Das Land müsse sehr wohl gerettet werden.

Immer wieder spricht die Opposition im Parlament von “rescate”, der Rettung – der Regierungschef erwähnt das “R-Wort” dagegen nie. Mariano Rajoy
erwidert, das Geld – bis zu 100 Milliarden Euro – gehe an die Banken und werde von ihnen wieder zurückgezahlt. Andere Länder hätten sich für so etwas verschuldet, in Spanien helfe die EU.

Die EU sieht das aber etwas anders: Auch wenn mit dem Geld nur Banken gerettet werden, ist es doch ein Kredit an Spanien – also steigen auch Spaniens Schulden. Einzelheiten sind bisher aber sowieso noch nicht bekannt – weder der letztendlich nötige Betrag noch etwa die Laufzeit des Kredits oder die von Spanien zu zahlenden Zinsen.