Eilmeldung

Eilmeldung

Neue Belastung für britisches Regierungsbündnis

Sie lesen gerade:

Neue Belastung für britisches Regierungsbündnis

Schriftgrösse Aa Aa

Das sowieso schon belastete Regierungsbündnis in Großbritannien wird noch ein wenig weiter beansprucht: Die Liberaldemokraten, der kleinere Partner der Konservativen, enthalten sich bei einer Abstimmung.

Es geht um Medienminister Jeremy Hunt, der enge Beziehungen zu der Firmengruppe von Rupert Murdoch gepflegt haben soll. Auch einem geplanten Milliardengeschäft der Gruppe, dem Kauf des Fernsehkonzerns BSkyB, stand er wohlwollend gegenüber. Die Prüfung war seine Sache, nachdem die Zuständigkeit einem kritischer eingestellten Minister entzogen worden war.

Die Opposition hat deshalb nun eine Untersuchung beantragt; abgestimmt wird am Abend. Diesen Antrag können die Konservativen im Parlament aber auch ohne ihren Partner abwehren; dafür haben sie genügend Stimmen.

Regierungschef David Cameron ist bemüht, das neue Problem im Regierungsbündnis zu überspielen.
Er spricht vor den Abgeordneten von Beziehungen zur Murdochgruppe, die seine Konservativen zwanzig
Jahre lang ebenso gehabt hätten wie die Labourpartei. Bei den Liberaldemokraten – die vor 2010 nie regierten – sei das anders, sagt Cameron, und das solle ihre Stimmenthaltung ausdrücken – das sei eben Politik.

Die Murdochgruppe ist in Großbritannien in äußerste Ungnade gefallen, vor allem wegen der Abhörskandale rund um die Zeitung News Of The World. Auch der Vorwurf der Bestechung von Amtsträgern wie hohen Polizisten wird verfolgt.

Seitdem gab es Verhaftungen, Untersuchungskommissionen und nun auch Prozesse. Ihren ersten Tag vor Gericht hatte jetzt Rebekah Brooks, früher eine der wichtigsten Figuren in der Murdochgruppe. Der Vorwurf lautet auf Behinderung der Justiz. Sie und mehrere Mitangeklagte – darunter ihr Mann – sollen wichtige Firmenunterlagen vor der Polizei beiseitegeschafft haben.