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Russlands Journalisten leben gefährlich

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Russlands Journalisten leben gefährlich

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Die angebliche Morddrohung gegen einen unbequemen Journalisten hat in Russland Proteste ausgelöst. Mehrere Redakteure versammelten sich zu einer Kundgebung vor dem Sitz der russischen Ermittlungsbehörde. Von deren Führungsebene soll die Todesdrohung ausgegangen sein. Die Demonstranten wurden abgeführt.

Der Protest erfolgte nach einem offenen Brief des Oppositionsmagazins Nowaja Gaseta. Die Anschuldigung: Sergej Sokolow, ein Mitarbeiter der Zeitung, soll von Russlands Chefermittler eine Morddrohung erhalten haben. Zuvor hatte Sokolov diesen in einem Artikel der Korruption beschuldigt.

Die Ermittlungsbehörde wollte die Angelegenheit bisher nicht kommentieren. Der Journalist floh unterdessen ins Ausland.

So heißt es im offenen Brief: “Die grausame Wahrheit ist, dass Sie meinem Stellvertreter mit Mord gedroht haben. Dann haben Sie auch noch gescherzt, indem Sie ankündigten, die Ermittlungen selbst durchzuführen.”

Seit Ende der Sowjetunion kamen in Russland mehr als 50 Reporter ums Leben. Prominentestes Beispiel: Anna Politkowskaja, die auch für das Oppositionsblatt Nowaja Gaseta geschrieben hat.