Eilmeldung

Eilmeldung

Aung San Suu Kyi beginnt in der Schweiz ihre Europareise

Sie lesen gerade:

Aung San Suu Kyi beginnt in der Schweiz ihre Europareise

Schriftgrösse Aa Aa

Fast ein Vierteljahrhundert lang hat Aung San Suu Kyi ihre Heimat Birma nicht mehr verlassen. Die meiste Zeit war sie im Gefängnis oder unter Hausarrest.

Jetzt, mit dem politischen Wandel in Birma – auch bekannt als Burma oder als Myanmar -, ist die Friedensnobelpreisträgerin wieder frei und kann die Welt bereisen.

Die Schweiz ist die erste Station einer Europareise; in Genf spricht Suu Kyi vor der Weltarbeitsorganisation. Mehr Demokratie bedeute mehr Schutz für die Bürger, sagt sie hier.

Auch nach langer Isolierung und Unterdrückung habe Birmas Volk immer noch ein Verständnis für Soziales, für Politik und für Wirtschaft: Mit ausreichend Freiraum könne Birma so wieder Anschluss an die Welt erlangen.

Heute abend trifft Aung San Suu Kyi in Bern den Außenminister und nimmt an einem Abendessen der Bundespräsidentin teil; morgen ist sie zu Gast im Bundeshaus.

Von der Schweiz aus reist Aung San Suu Kyi weiter nach Norwegen: In Oslo hält sie mit 21 Jahren Verspätung die Dankesrede für den Friedensnobelpreis, den sie 1991 bekam. Damals mussten ihr Mann und ihre beiden Söhne den Preis entgegennehmen.

Bis 1988 lebte Suu Kyi in London; die britische Hauptstadt steht nach Oslo ebenfalls auf ihrem Besuchsprogramm. Seit sie damals von London nach Birma zurückkehrte, um ihre schwerkranke Mutter zu pflegen, war sie nicht mehr dort. 1999 starb ihr Mann; Aung San Suu Kyi konnte nicht dabeisein.

Bei ihrem Besuch in London feiert sie nun auch ihren 67. Geburtstag, zusammen mit ihren Söhnen – und den Enkelkindern, die sie noch nie gesehen hat. Weitere Besuchsstationen sind Irland und Frankreich.

Aung San Suu Kyi wurde weltberühmt durch ihren Kampf gegen die Militärmachthaber in Birma. Ihre Partei NLD gewann eine Parlamentswahl 1990 haushoch; die Generäle annullierten daraufhin die Wahl.

Von Suu Kyi war für die Welt kaum noch etwas zu sehen, die meiste Zeit war sie in ihrem Haus eingesperrt und durfte kaum jemanden empfangen. Immer wieder gab es Vorwände, um den Hausarrest zu verlängern.

Erst Ende 2010 kam sie nun wohl auf Dauer frei, nach einer spektakulären politischen Wende der Militärmachthaber, mit denen sie sich inzwischen auch getroffen hat.

Vor kurzem trat sie mit ihrer Partei bei einer Nachwahl für gut vierzig Parlamentssitze an; die NLD gewann fast alle diese Sitze, Suu Kyi selber sitzt seitdem im Parlament.