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Großrazzia gegen Salafisten in Deutschland

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Großrazzia gegen Salafisten in Deutschland

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Bei einer Großrazzia in sieben Bundesländern hat die Polizei in Deutschland Wohnungen und Moscheen radikaler Salafisten durchsucht. Schwerpunkte waren Hessen und Nordrhein-Westfalen, daneben gab es Durchsuchungen in Bayern, Berlin und Norddeutschland. Mehr als 800 Beamte waren im Einsatz. Sie stellten Videoanlagen, Laptops und Handys sicher.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich verbot gleichzeitig die salafistische Vereinigung Millatu Ibrahim: “Diese Vereinigung richtet sich gegen unsere verfassungsmäßige Ordnung und gegen den Gedanken der Völkerverständigung”, begründete er den Schritt vor Journalisten.

Gegen zwei weitere salafistische Vereine wird ermittelt, Verbote sind nicht ausgeschlossen. Die Salafisten, eine besonders radikale Bewegung der Islamisten, wollen in Deutschland die Scharia, islamisches Recht, verankern. Im Frühjahr sorgten sie für Aufsehen, als sie kostenlos Koranschriften verteilten. Nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden stacheln sie mit ihrer Propaganda gewaltbereite Islamisten an oder haben selbst Verbindung zu Terrornetzwerken. Die Behörden sehen in Deutschland derzeit ein Potenzial von rund 130 Gefährdern, denen islamistische Anschläge zugetraut werden, darunter mehr als zwanzig Salafisten.