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Ägypten: Proteste am Tag vor der Präsidentenwahl

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Ägypten: Proteste am Tag vor der Präsidentenwahl

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Die Stimmung ist angespannt in Ägypten am Tag vor der Präsidentenwahl. Nachdem zwei Tage vor diesem Urnengang das Verfassungsgericht die Parlamentswahl für ungültig erklärt hatte, kam es besonders in Alexandria zu spontanen Protesten.
Die Aktivisten des Vorjahres, die Langzeitpräsident Mubarak gestürzt hatten, sind unzufrieden mit dem immer noch übermächtigen Militärrat.
Der beachte nicht die Hoffnungen des Volkes, klagt ein Demonstrant. Er setzt seine Hoffnungen auf den Muslimbruder Mohammed Mursi, auch wenn er mit diesem nicht in allen Punkten übereinstimme. Er sieht Mursi aber als die einzige Chance an, die Macht des Militärrates zu brechen.
Nach dem Freitagsgebet gab es auch in Kairo reichlich Unterstützungsbekungungen für den Kandidaten der Islamisten. Mursi tritt in der Stichwahl gegen Mubaraks letzten Ministerpräsidenten Ahmed Schafik an. Der hatte im ersten Wahlgang knapp vorn gelegen.
Unter den jetzt wieder protestierenden Ägyptern macht sich die Meinung breit, besser Boykott der Präsidentenwahl als einen der Kandidaten, die sie beide nicht wollen. In Kairo protestiert eine Frau sogar mit Hungerstreik. Sie sagt, sie gehe so weit, weil alles auf einen Krieg im Lande hinauslaufe. Und so wie sie würden viele denken.
Am traditionsreichen Tahrir-Platz hält das Militär mit Stacheldraht die Demonstranten auf Abstand. Aus deren Reihen erschallen Losungen wie: “Das Volk wird die Rückkehr der korrupten Vertreter des alten Regimes nicht zulassen.”