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Ein Europa der zwei Geschwindigkeiten?

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Ein Europa der zwei Geschwindigkeiten?

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in Zusammenarbeit mit dem ISEG

Was, wenn Europa sich teilte, wenn wir ein Europa der zwei Geschwindigkeiten bekämen? Welches wären die Vorteile, für die reichen wie für die armen Länder?

Pascal Delwit, der an der Freien Universität in Brüssel Politische Wissenschaften unterrichtet, erläutert: “In dem Europa der 27 gibt es bereits unterschiedliche Geschwindigkeiten, weil sich einige Länder an bestimmten Projekten beteiligen, andere aber nicht. Nehmen wir zwei Beispiele: Nicht alle Mitgliedsstaaten gehören zur Euro-Zone, sondern nur jene die der Währungsunion beigetreten sind. Das zweite Beispiel: Das Schengen-Abkommen, das die Abschaffung der Grenzkontrollen einschließt, haben eine Reihe von Staaten unterzeichnet, andere wiederum nicht. Im Grunde trifft es bereits jetzt zu, dass Europa unterschiedliche Geschwindigkeiten hat. Man könnte zwischen einer Europäischen Union der reichen Länder und einer EU der armen unterscheiden. Politisch ist ein solches Konzept aber nicht durchsetzbar, nur wenige Staaten würden einen solchen Weg einschlagen. Auch muss man dazu sagen, dass eine solche Einteilung in reiche und in arme Staaten nicht für ewig gilt, die Staaten werden sich verändern. Spanien und Irland gelten heute beispielsweise als Staaten mit Schwierigkeiten, mit großen finanziellen, wirtschaftlichen und sozialen Schwierigkeiten. Vor vier, fünf Jahren noch galten sie beinahe als Vorzeigemodelle. Von Irland sprach man nur in den höchsten Tönen. Doch manchmal verändern sich die Dinge. Ich denke also, dass dieser Fall, nämlich der einer Trennung in eine EU der reichen und eine EU der armen, eher nicht eintreten wird.

Weitere Informationen über die EU erhalten Sie unter der Telefonnummer 00 800 6 7 8 9 10 11 oder auf der Webseite: europa.eu/youreurope.
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