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"Das Kuddelmuddel aus Religion und Politik hat alles auf den Kopf gestellt"

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"Das Kuddelmuddel aus Religion und Politik hat alles auf den Kopf gestellt"

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Ägypten wählt einen Präsidenten. 400 000 Soldaten passen auf, dass die Wahl in Ägypten friedlich abläuft. Der regierende Oberste Militärrat, der seit dem Sturz Hosni Mubaraks im Land den Ton angibt, regiert – bis auf weiteres. Denn mit gerichtlich aufgelöstem Parlament und ohne Verfassung füllt er das Vakuum.

Rime Nour aus dem Team von Ahmed Schafik:

“Bis jetzt läuft die Wahl gut, aber die Leute machen sich Sorgen. Gestern ging ein Gerücht herum über Stifte, deren Tinte angeblich nach einer Stunde verschwindet. Viele werden also versuchen, beim Wählen gegen die Vorschrift ihre eigenen Stifte zu nutzen.”

Eine verschleierte Wählerin:

“Wir brauchen einen säkularen Staat. Wir wollen Religion und Politik nicht vermischen. Dieses Kuddelmuddel aus Religion und Politik hat alles auf den Kopf gestellt.”

Ursprünglich sollte die Macht mit der Präsidentenwahl an Zivilisten übergehen.
Viele Wähler sind wahlmüde. Andere erklären, nicht für einen bestimmten Kandidaten stimmen zu wollen, sondern vor allem gegen den anderen.

Riad Muasses, euronews:

“Der Wettstreit zwischen Ahmed Schafik und Mohammed Mursi spiegelt den Kampf zwischen dem Militärrat und den Anhängern des alten Regimes auf der einen Seite und den Islamisten und Anhängern der Revolution auf der anderen wider. Aber wer auch immer gewinnt – die Schlacht ist nicht zuende.”

mit dpa, AFP, Reuters