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Ägypten wählt einen Präsidenten

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Ägypten wählt einen Präsidenten

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Das Parlament ist aufgelöst und eine neue Verfassung in weiter Ferne. Trotzdem wird in Ägypten an diesem Wochenende ein Präsident gewählt. Am Samstag verlief die Abstimmung friedlich, das Interesse war allerdings geringer als in der ersten Runde im Mai. Am vergangenen Donnerstag hatte das Verfassungsgericht unerwartet das erst zur Jahreswende gewählte Parlament aufgelöst. Die 52 Millionen Wahlberechtigten müssen sich zwischen Achmed Schafik, der unter dem früheren Präsidenten Hosni Mubarak zuletzt Regierungschef war, und Mohammed Mursi entscheiden. Mursi gehört dem konservativen Flügel der Muslimbruderschaft an. Viele Ägypter wollten der Abstimmung fernbleiben. Denn ohne Parlament und Verfassung wird auch nach der Präsidentenwahl – wie bisher – der Oberste Militärrat den Ton angeben. Das Verfassungsgericht hatte das Parlament mit der Begründung aufgelöst, ein Drittel der Kandidaten sei unrechtmäßig gewählt worden. Islamistische Parteien und Gruppen hatten darin zwei Drittel der Sitze.