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Verzweiflung: 70 Prozent der jungen Griechen wollen auswandern

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Verzweiflung: 70 Prozent der jungen Griechen wollen auswandern

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In Athen haben viele schon mal vorsichtshalber ihre Ersparnisse von den griechischen Banken abgehoben – aus Angst vor dem, was sie am Montag erwartet.

Die wenigen, die noch Geld haben, versuchen, es im Ausland anzulegen, einige Omas hätten ihr Geld auch unter die Matratze gesteckt, weil sie es dort sicherer aufghoben glaubten.

Ein ältere Frau sagt, sie habe keine Angst um ihr Geld, denn sie habe keines, das sie abheben könne, aber sie mache sich Sorgen um ihre Kinder, denn die haben keine Arbeit.

22 Prozent Arbeitslosigkeit haben viele Griechen in den Ruin getrieben. Der Sozialstaat Griechenland ist zusammengebrochen. Krankenhäuser haben keine Geld mehr. Eine Gruppe von Menschen aller Altersklassen wartet in der Industriestadt Aspropyrgos auf Lebensmittelhilfe, und viele schämen sich dafür.

Eine 42jährige Mutter beklagt: “Was mir Angst macht ist, dass meine Kinder keine Zukunft haben. Sie haben studiert, aber ihre Abschlüsse sind nichts wert. Sie finden noch nicht mal Arbeit als Tagelöhner auf dem Bau. Wir haben keinen Strom mehr, weil wir die Elektrizität nicht bezahlen können. Was gibt es Schlimmeres?”

Die Verzweiflung treibt zahlreiche Griechen in die Depression. Und von den 18 bis 24 jährigen wollen 70 Prozent auswandern.