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Muslimbrüder in Ägypten: "Putsch der Militärs"

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Muslimbrüder in Ägypten: "Putsch der Militärs"

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Nach Abschluss der zweiten und entscheidenden Wahlrunde um das Präsidentenamt in Ägypten hat die Stimmenauszählung begonnen.

Rund 52 Millionen Wahlberechtigte mussten sich in der Stichwahl zwischen Mohammed Mursi von der konservativ-religiösen Muslimbruderschaft und Ahmed Schafik, einem früheren Minister aus der Zeit des gestürzten Präsidenten Husni Mubaraks entscheiden.

Nach Abschluss der Stichwahl reklamierte die Muslimbruderschaft die Führung für ihren Kandidaten. Mursi liege nach Auszählung von rund 10 Prozent der Wahllokale mit 61 Prozent der Stimmen vor Schafik, der auf 39 Prozent komme, hieß es.

Unterdessen haben die regierenden Militärs weitreichende Machtbefugnisse des aufgelösten Parlaments übernommen:nach dem durch Massenproteste erzwungenen Rücktritt Mubaraks im Februar vergangenen Jahres hatten das Militär die Macht in Ägypten übernommen. Ursprünglich hatten sie angekündigt, sie bis Ende des Monats an einen gewählten Präsidenten abzugeben.

Die einflussreiche Muslimbruderschaft bezeichnete das Dekret als “Putsch gegen den gesamten demokratischen Prozess” in Ägypten. Die Islamisten befürchten bei einem Wahlsieg Schafiks eine Wiederherstellung des alten Mubarak-Systems ohne Mubarak. Die Anhänger Schafiks, aber auch Millionen koptischer Christen, sehen in
der möglichen Machtergreifung der Muslimbruderschaft die Vorstufe zu einer Islamisierung des Landes.