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Ruandas Präsident Kagame lobt Gacaca-Gerichte

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Ruandas Präsident Kagame lobt Gacaca-Gerichte

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Mit der Übergabe eines Abschlussberichts im Parlament in Kigali ist in Ruanda die Arbeit der sogenannten Gacaca-Gerichte eingestellt worden.

Sie waren traditionelle Gerichte in Dorfgemeinschaften und verhandelten die Verbrechen des Völkermordes von 1994.

Menschenrechtsorganisationen waren den Gacacas gegenüber kritisch eingestellt, bei denen die Angeklagten keinen Anspruch auf einen Verteidiger und die Richter keine Ausbildung hatten.

Die Regierung von Präsident Paul Kagame sieht die abgeschlossene Arbeit aber als einen Meilenstein auf dem Weg zur Versöhnung. Der Beweis für die Richtigkeit und den Erfolg der Gacacas sei, dass die Volksgruppen der Tutsi und Hutu im ganzen Land friedlich zusammenlebten.

In den vergangenen zehn Jahren wurden in den Volkstribunalen fast zwei Millionen Menschen verurteilt oder freigesprochen worden. Viele Ruander flohen aber auch ins Ausland, um eben diesen Gacacas zu entgehen.

Bischof Jihn Rucyahanader, der Vorsitzende der ruandischen Kommission für Nationale Einheit und Versöhnung, meint, durch die Gacaca-Gerichte habe ein Heilungsprozess stattgefunden. Täter hätten bereut, Opfer vergeben.

Vor 18 Jahren hatten radikale Hutu-Milizen in nur 100 Tagen rund 800.000 Tutsis und moderate Hutus ermordet.