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Assange - vom Fall für Juristen zum Fall für Diplomaten

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Assange - vom Fall für Juristen zum Fall für Diplomaten

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Aus Angst vor schwedischen und letzten Endes amerikanischen Gerichten hat Julian Assange politisches Asyl in Ecuador beantragt. Nun sitzt der Wikileaks-Gründer in dessen Botschaft in einem fünfstöckigen roten Backsteinbau in London und bereitet Freund und Feind Kopfzerbrechen.

Freunde in London haben mit rund 300 000 Euro dafür gebürgt, dass er seine Arrestauflagen einhält – macht er nicht.

Die Regierung in Quito will den Asylantrag des Australiers prüfen.

Aber wird Assange wirklich verfolgt wegen seiner Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder politischer Überzeugung?

Erst einmal will Schweden ihn festnehmen lassen wegen des Verdachts der sexuellen Nötigung zweier Frauen.

Deren Anwalt Claes Borgström:

“Ich weiß nicht, was die Behörden Ecuadors vorhaben, besser gesagt, die Regierung. Aber gehen wir mal davon aus, dass Ecuador ein Rechtsstaat ist wie Schweden auch und dass es internationalen Regeln folgt – die gibt es – dann wird Ecuador erkennen, dass es eine Entscheidung des britischen Obersten Gerichtshofs gibt, aufgebaut auf dem Europäischen Haftbefehl.”

Der 40 Jahre alte Assage hat Angst, dass es von Schweden weitergeht in die USA – wo zum Beispiel dem Soldaten Bradley Manning lebenslange Haft droht. Er hatte Wikileaks mit brisanten Informationen über Afghanistan und den Irak beliefert.

mit Reuters, AFP, dpa