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Mit Pumps im Spiegelsaal


Kultur

Mit Pumps im Spiegelsaal

Wer dieser Tage nach Versailles kommt, um zum Beispiel auf den Spuren von Ludwig XVI. und Marie-Antoinette zu wandeln, der könnte spätestens im Spiegelsaal des Prachtbaus sein – stählernes – Wunder erleben.

Für diese und viele andere Skulpturen ist die portugiesische Künstlerin Joana Vasconcelos verantwortlich. Die Bildhauerin präsentiert ihre Objekte im Rahmen einer Serie von Werkschauen, die es zeitgenössichen Künstlerin erlaubt, das berühmte Königsschloss von Versailles als Ausstellungsort zu nutzen.

Für Vasconcelos Arbeiten fungiert die Pracht der Ausstellungsräume als Kontrast- und Ergänzungsmittel zugleich: “Ich wollte damit ganz selbstverständlich ein Teil davon werden. In diese Kombination von modernen Textilien und anderen Materialien sollte der Raum mit einbezogen werden.”

Und so komplettiert derzeit ein pink-goldener Helikopter aus Straußenfedern und Swarowski-Steinen den Raum, der um 1830 zu Ehren des Bürgerkönigs Louis-Philippe entstand. Marie-Antoinettes Schlafzimmer ziert eine Skulptur aus Messing und Perücken.

“Der Helikopter und das Perückenstück sind entstanden, als ich über all die Frauen nachdachte, die hier mit ihren Kindern lebten. Sie ehre ich hier”, erklärt Vasconcelos, deren Arbeiten oft um das Thema Weiblichkeit und Gesellschaft kreisen.

Auch in den weitläufigen Gärten von Versailles hat Vasconcelos ihre Objekte positioniert. Mit 41 Jahren ist Sie die jüngste zeitgenösische Künstlerin und im übrigen die erste Frau, die in Versailles ausstellen darf. Ihre Vorgänger sind Jeff Koons, Takashi Murakami, Xavier Veilhan und Bernar Venet.

Joana Vasconcelos Kunst ist in Versailles noch bis September zu sehen.

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